31. Januar 2013
von elschy
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Nach langer Durststrecke melde ich mich mit einem für mich etwas ungewöhnlichen Blogbeitrag zurück. Aber lest selbst.
Ich habe vor einiger Zeit ein Projekt ins Leben gerufen, da ich mehr durch Zufall drei Tiercharaktere „erfunden“ habe. Unter dem Titel „Kleine Waldgeschichten“ möchte ich euch heute das erste Einführungs-Kapitel präsentieren. Die Illustrationen wurden von Christian Wischnewski angefertigt.
Der Wald
In einem Wald ganz in der Nähe, passiert mehr als du denkst. Mitten im Wald auf einer kleinen Lichtung hat sich eine Tiergemeinschaft von verschiedensten Tieren zusammen gefunden. Besonders zu erwähnen sind hier drei Tiere, die sich durch die Suche nach Ruhe in diesem Wald kennengelernt haben. Alle drei haben eines gemeinsam, sie wollen nach einem beschwerlichen Leben in der Innenstadt ihren Lebensabend in dieser beschaulichen Idylle genießen. Mittlerweile sind sie unzertrennlich und erleben so einige Abenteuer. Mit ihnen leben viele weitere Tiere, die auch das Rentnerleben genießen und ebenso aus den Städten geflüchtet sind. Einige von ihnen sind aus dem Zoo wegen guter Führung entlassen worden oder waren das anstrengende Leben in der menschlichen Stadt einfach satt. Außerdem gibt es auch Flüchtlinge, die aus Zoos oder Zirkusse geflohen sind und nun Zuflucht in der Waldgemeindschaft suchen.

Theo ist ein Buntspecht, der sein halbes Leben auf einer Greifvogelfarm lebte und dort den Lückenbüßer spielen musste. Geboren wurde er in einem Wald ganz in der Nähe. Als er fast flügge war, wurde er von einem Bussard ergriffen und von ihm zur Greifvogelfarm verschleppt. Dort wurde Theo kurz vor seinem sicheren Tod von einem Greifvogelwärter gerettet, versorgt und aufgepeppelt. Er war seinem Retter so dankbar, dass er einen Job in der Greifvogelschule übernahm und zwischen den verschiedenen Shows seine Baumklopftechnik präsentierte. Er war ein großer Meister der Baumklopfkunst. Außerdem hält Theo den Buntspechtweltrekord im schnellklopfen. Ein normaler Specht schafft ca. 20 Schläge pro Sekunde, Theo schaffte jedoch 40 Schläge. Dieses körperlich extrem anstrengende Leben hinterließ große Spuren in seiner Gesundheit von. Sein Schnabel wurde brüchig und er wurde seinem Job als Baumklopfvirtuoser nicht mehr gerecht. Daher wurde er mit sofortiger Wirkung aus der Greifvogelschule entlassen und musste sich ein neues zu Hause suchen. Da er von dem wilden Wald gehört hatte, machte er sich auf den Weg zur besagten Lichtung. Der geleistete Leistungssport schränkt Theo ein wenig ein, er kann das Baumklopfen nicht mehr ausüben. Daher hat er sich einen Kassettenrecorder zugelegt und spielt seine alten Baumklopftriümpfe einfach vom Band ab.

Ralf ist ein Erdmännchen, der sein gesamtes Leben im Zoo verbrachte. Ralf erkannte schon früh seine Leidenschaft zum Motorsport und wurde deshalb fortan nur noch Ralle genannt. Er wuchs glücklich in Gefangenschaft eines Zoos auf. Er und seine Familienmitglieder hatten ein großes Freigehege. Diesen Bereich teilte sich die Familie allerdings noch mit drei weiteren Familien. Manchmal konnte man annehmen, dass dort mafiaähnliche Verhältnisse herrschten, da der Futterneid schon sehr groß war und die dicken Familien immer im Vorteil waren. Ansonsten hatte Ralle ein sehr unbeschwertes Leben, abseits der Realität eines wilden Erdmännchens. Dies führte dazu, dass er im Laufe der Jahre immer träger wurde und ein wenig an Agilität verlor. Daher war die Schließung des Zoos, verursacht durch den in der Geschichte einmaligen Ausbruch von ca. 48 Affen des Affenhauses und die Auswilderung Ralles in die Freiheit, ein Weckruf für ihn. Er wurde von seinem langjährigen Betreuer unter Tränen in die Freiheit entlassen und lernte dort seine nun besten Freunde Theo und George kennen.

George ist eine Eule oder um es genauer zu formulieren ein Waldkauz. Er ist ebenfalls nicht in der Wildnis aufgewachsen, da er gezüchtet wurde, um einen Flughafen von Vögeln und Kleinnagern zu befreien. George wuchs also in einer kleinen Eulenfarm am Waldrand auf und wurde relativ früh an den großen Flughafen abgegeben. Dort bestand seine Aufgabe zusammen mit anderen Greifvögeln, Vögel und kleine Nagetiere vom Flughafen fern zu halten. Diese Aufgabe machte George großen Spaß, obwohl er wenig Freizeit hatte und auch keine richtigen Freunde hatte, da er immer nur mit seinen Kollegen zusammen war. Durch die Steigerung der Nachtflüge wurde George meist abends oder nachts eingesetzt, da er als Eule im Dunkeln gut sehen kann. Im Laufe der Zeit wurde er allerdings ein wenig dement und dachte er wäre eine Fledermaus. Am Anfang bekam es kaum einer mit, als er aber dann anfing kleine Insekten in der Luft jagte und mit dem Kopf nach unten am Baum hing, wurde er fristlos entlassen. Er wurde in einen benachbarten Wald ausgesetzt und wurde dann in die tolle Gemeinde der Waldbewohner aufgenommen.
Wollt ihr mehr lesen? Und erfahren welche Abenteuer die drei noch so erleben?