Backofen ULB Münster

7 Jahre alt von in angeprangert Tags: , , , , ,

Aus gegebenen Anlass möchte ich über den Neubau an der ULB Münster berichten.

Wer lieber in der ULB lernt, als zu Hause, der sollte wissen, dass es verdammt heiß werden kann. Leider haben die Planer bei dem neuen zweigeschößigen Neubau ein wichtiges Detail vergessen. Eine Klimaanlage. Durch die tolle Optik mit viel Glas, erhitzt sich die Luft im Sommer auf sehr unangenehme Werte. Leider kann ich nicht die genaue Gradzahl angeben, da es noch kein Tempertur-App für das iPhone zur Verfügung steht. Jedenfalls ist es verdammt heiß und die Frage ist zu stellen wie kann man denn bei einem 15,5 Millionen Euro Projekt ein so wichtiges Detail vergessen oder bewußt weglassen. Auf der einen Seite können die Fenster nur automatisch geöffnet und geschlossen werden. Auch auf Nachfrage ist es den Bibliotheksangestellten leider nicht möglich die Fenster manuell zu öffnen, das läuft alles automatisch vom Computer. ÄÄHH, wie kann das denn sein, der Computer entscheidet also wann er lüften möchte und wann nicht. Leider entscheidet er in dieser Jahreszeit falsch, denn die Fenster öffnen sich nur ca. alle 1 bis 2 Stunden für ca. 15 Minuten. Warum nicht länger? Auf Anfrage wurde nur geantwortet, dass noch „abschließende Programmierarbeiten stattfinden würden“. Mittlerweile ist der Anbau allerdings schon über ein Jahr offiziell in Betrieb.

Auf dem Bild erkennt man die kleinen automatischen Biester.

Hinzu kommt, dass auf der anderen Seite des Gebäudes die Fenster zwar manuell zu öffnen sind, aber nur auf Kipp, da sonst angeblich die Bücher aus den Fenstern geschmissen werden und so illegal entwendet werden könnten. Ich halte dies zwar für möglich, aber mal ganz ehrlich, wenn die Fenster auf Kipp sind bekomme ich dort immer noch ein Buch locker durch. Daher halte ich andere Lösungen für sinnvoller, so dass keiner etwas entwenden kann und die Fenster ganz geöffnet werden könnten.

Aus diesen Gründen erhitzt sich die Luft sehr rasant, aber die Super-Strategen haben sich natürlich gegen die Sonne noch einen Clou einfallen lassen. Es gibt Sonnenjalousien, wie ihr euch denken könnt auch automatisch geregelt. Auch hier kann das Personal angeblich nicht manuell eingreifen. Es gibt wohl einen Sensor, der entscheidet wann es zu hell ist. So weit so gut. Leider ist die Praxis, dass die Jalousien sehr oft runter und dann direkt wieder hoch fahren. Dieser Vorgang dauert wegen der großen Glasflächen nur leider ca. 1 Minute und ist in einer leisen Bibliothek gut wahrzunehmen. Meiner Meinung nach, springt der Sensor zu schnell an, wenn z.B. eine Wolke die Sonne verdeckt oder ähnliches. Aber auch hier ist mein Kritikpunkt, dass die Fehler des Computers nicht manuell behoben werden können. Lustigerweise war es im Winter oft sehr kalt, da der Computer öfters als im Sommer meinte lüften zu müssen.

Für eine Klimaanlage war kein Geld da (oder wurde vergessen), aber Hauptsdache wir haben einen tollen künstlerisch (sehr wertvollen) Spruch außen an der Fassade „GEHORCHE KEINEM“, installiert von einem iranischen Künstler. Hier hätte ich mir etwas mehr Lokalpatriotismus gewünscht. Gesponsert wurde das Ganze von der Staatskanzlei somit vom Studiengebühreneinführer Jürgen Rüttgers.

Weil so etwas wie eine Klimaanlage natürlich nicht so gut auf Fotos aussieht wie Kunst und sich in Artikeln und Berichten schlechter vermarkten lässt, muss ich wohl hinnehmen, dass ich hier keinen gekühlten Raum mehr erleben werde.

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • JP
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    Mein Thema! Allerdings bevorzuge ich den alten Lesesaal. Dort läuft die Klimaanlage mittlerweile, nach Abschluss der „Programmierarbeiten“.
    Frau Gildhorn von der ULB hat alle meine Emails auch ganz brav beantwortet.