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Facebook-Klick-Mafia

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-UPDATE 24.4.2012- Soeben habe ich folgende mail bekommen:

Dort werde ich aufge­fordert einen Link, der in einem Kommentar gepostet wurde, zu löschen. Komis­cher Weise enthält der besagte Kommentar überhaupt keinen Link, sondern nur ein Beispiel mit der Frage wie diese Firma (aus Daten­schutz­gründen nenne ich den Namen hier nicht) innerhalb kürzestes Zeit soviel “Fans” gener­ieren konnte. Ich finde es Schade, dass Mein­ungen und Aussagen anderer nicht akzep­tiert werden und direkt mit dem Anwalt gedroht wird. Die Firma ist auch laut google kein unbeschriebenes Blatt… Nach Recherche kam heraus, dass der Chefredak­teur persön­lich mir diese mail geschrieben hat, was der wohl alles noch für Aufgaben hat? Meine Meinung: Nur Unternehmen, die etwas zu verheim­lichen haben gehen sofort juris­tisch vor. Abmah­nungen und Paten­klagen nehmen mittler­weile einen viel zu großen Raum in unserer Gesellschaft ein. Außerdem bin ich enttäuscht, denn ich wollte hier den Gegnern und den Befür­wortern von Face­book Kauf-Klicks eine Plat­tform bieten und was hat man davon: Einen Unter­las­sungsanspruch. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob der angemeldete Anspruch wirk­lich haltbar ist, da es KEIN LINK, sondern eine Meinung/Aussage verknüpft mit einer indi­rekten Frage ist. Ich habe den Unternehmen­snamen durch Firma XY ersetzt, so dass jeder selber beurteilen kann, was hier moniert wurde. Und nochmal es existierte ZU KEINEM ZEITPUNKT EIN LINK zu irgen­deiner Seite, es wurde nur der Name der Firma angegeben! Laut Google Analytics wurde nach “face­book fans kaufen Firma XY” gesucht. Das bedeutet also die Firma sucht gezielt nach solchen Nennungen (in deren Augen ja Links). Ich frage mich da natür­lich: Warum? Kleiner Seit­en­hieb am Ende: Der Firmen­link in der email ist eben­falls fehler­haft. Da drängt sich mir natür­lich die Frage auf: Wissen die überhaupt, was ein Link ist. ;-)

Aber anstatt öffentlich dazu Stel­lung zu nehmen und in den Dialog einzutreten (der eigentliche Sinn von Social Media) und womöglich einiges aufk­lären zu können, mahnt man lieber engagierte und wahrheitsstrebende Menschen ab.

- UPDATE Ende - 

Ich möchte mich einem Thema widmen, das viele in der letzten Zeit verärgert. Wer kennt sie nicht? Die zahlre­ichen Gewinn­spiele der großen Unternehmen auf Face­book, die seit gut einem Jahr wie Pilze aus dem Boden sprießen. Die Unternehmen haben Face­book mit seinen Millionen Nutzern als Möglichkeit erkannt, ihre Produkte und Dien­stleis­tungen anzukündigen und zu bewerben. Dazu benötigt man wie jedem bekannt sein dürfte “Fans”. Schnell bemerkten die Firmen, dass Gewinn­spiele am Schnell­sten die meisten Fans gener­ieren. Die posi­tiven Erfahrungen wurden in den letzten Monaten massen­weise kopiert, so dass Gewinn­spiele als Haupt­strategie der Firmen herhalten mussten, um Fans ranzuschaffen. Auch ich habe letztes Jahr ein paar kleine Präsente auf meiner Face­book Fanseite verlost. Dabei musste ich fest­stellen, dass man auch mit wenig Geldein­satz, 10 € iTunes Karten, sehr schnell sehr viele Fans ansam­meln kann. Die Fanan­zahl hat sich in wenigen Tagen verzehn­facht. Mein Parade­beispiel ist aber PayPal, die mit einer Verlosung von 10 iPads ihre Fange­meinde inner­halb von 2 Wochen von ca. 3.000 auf ca. 120.000 steigern konnten. Dabei ist zu fragen, ob den Firmen diese Masse an Fans überhaupt etwas bringt?!

Ich habe gelesen, dass theo­retisch jeder Face­book Fan einen Wert von ca. 8 $ haben soll. Nur die Frage dabei ist, wie macht man aus / mit Fans tatsäch­liches Geld? Ich glaube, dass hier vielen Firmen noch eine geeignete Strategie fehlt Fans in Geld umzuwan­deln. Klar, viele Firmen benutzen Face­book als Plat­tform ihre Fans über Neuigkeiten und Produkte zu informieren. Ein Problem muss ich an dieser Stelle jedoch festhalten: Jeder Nutzer kann die Benachrich­ti­gungen von Freunden, aber auch von Fanseiten einfach abschalten (ohne den gefällt mir Status aufzugeben), so dass dieser Nutzer nicht mehr direkt auf seiner Pinnwand informiert werden kann. Und die Unternehmen erfahren nicht, wie viele der Fans die Neuigkeiten auf der Pinnwand wirk­lich erhalten.

Was bewegt nun diese Massen bei solchen Gewinn­spielen mitzu­machen? Ich glaube, dass die kosten­lose und einfache Teil­nahme durch einen Klick die Massen bewegt teilzunehmen. Beim Lotto zahlt man für eine mini­male Gewin­n­chance und bei Face­book bekommt man diese Chance durch einen Klick geschenkt. Und die Möglichkeit auf tolle Preise hat man in der letzten Zeit massen­weise. Jede Firma verschenkt ihre Produkte oder verlost andere tolle “must have” Produkte wie z.B. iPads. Diese Entwick­lung hat so große Ausmaße angenommen, dass man hier schon von einem großen Gewinn­spiel­markt reden kann. Und wo ein Markt ist, bilden sich auch Kräfte, die versuchen, die Gewin­n­möglichkeiten zu ihren Gunsten zu verän­dern. Und genau an dieser Stelle muss über die Facebook-Klick-Mafia gesprochen werden. Da viele Gewinn­spiele eine Form von Voting enthalten, schlossen sich einige gewinn­spiel­hun­rige Face­booker zusammen, um ihre Chancen in der Gemein­schaft zu erhöhen. Das führt im Endef­fekt dazu, dass bei vielen Gewinn­spielen mit Voting immer bekannte Namen ganz oben in der Liste stehen. Ohne Wertung musste ich fest­stellen, dass hier der Typ Frau zwis­chen 30 und 50 beson­ders häufig auftaucht. Ich musste eben­falls erkennen, dass meine kleinen Gewinn­spiele nur erfol­greich sein konnten, da ich einige dieser Mafia- Mitglieder ange­lockt habe und sich meine Fanseite deshalb so schnell verbre­itet hat. Zu Recherchezwecken habe ich mich in den letzten Wochen in die Gemein­schaft eingeschlichen. Und was ich erlebte habe ich wirk­lich nervig. Man bekommt von diesen Personen persön­liche Nachrichten oder Posts direkt auf die Pinnwand. Folgendes Beispiel steht sinnbildlich für zahlre­iche Hinweise:

Ich wurde sogar mit folgender persön­licher Nachricht belästigt, als ich bei einem Gewinn­spiel teilgenommen habe. Diese Person ist mir völlig unbekannt. Damit ist dann auch teil­weise erklärt, wie neue Mitglieder ange­worben werden.

Auf der Pinnwand einer Firma, die ein Gewinn­spiel ausrichtet finden sich dann auch folgende Posts.

Mich verwun­dert dann nur, dass Unternehmen so etwas dulden und so durchgehen lassen. Dabei wird hier auch teil­weise für fremde Wettbe­werbe Werbung gemacht (wie in diesem Fall). Fremde Werbung hat auf Firmen­seiten nichts verloren. Aber wahrschein­lich ist die Scheu zu Löschungen mittler­weile sehr hoch geworden. Die Frage ist nur, wie wehrt man sich dagegen? Ist das schon illegal, bewegen wir uns hier in einer Grau­zone, oder muss der Markt neue Regeln erhalten?

Wenn man dann abschließend noch auf die Pinnwand dieser Personen schaut, wundert einen gar nichts mehr, denn man erblickt das wirk­liche Gewinn­spielausmaß, dass die Firmen angerichtet haben. Bei dieser akribis­chen Teil­nahme an Gewinn­spielen kann man annehmen, dass es diesen Personen nur noch ums Preise abstauben geht und der einstige Idee dieser Plat­tform in den Hinter­grund gedrängt wird.

Die Gewinn­spiel­mafia wird immer mehr zum Problem, auch für Firmen, denn wenn immer wieder bei Voting-Gewinnspielen die selben Leute oben stehen, bringt das die “normalen” Teil­nehmer irgend­wann verständlicher­weise zur Weißglut. Dabei werden dann die gegen­sät­zlichen Stand­punkte meist auf den Pinnwänden der Unternehmen heftigst ausge­tauscht, so dass die Firmen zwis­chen den Fronten stehen. Dabei können die Unternehmen meiner Meinung nach nur verlieren, da den Klick­ge­mein­schaften nur sehr schwer Betrug nachzuweisen ist und diese Gruppen auch aktiv gegen diese Vorwürfe vorgehen, weil hier nicht nur der Verlust des Gewinnes, sondern auch die Repu­ta­tion und die soziale Anerken­nung auf dem Spiel steht. Die Gruppe der Gegner versucht die “Mafia” verbal anzu­greifen und die Firmen zu einer Änderung der Verlosungsregeln zu bewegen, was für die Firmen wegen der Juris­terei immer mit Arbeit verbunden ist. Leider musste ich fest­stellen, dass dieser Streit auch in krassen Beschimp­fungen und Rufmord ausarten kann. Diese Situ­a­tion schaukeln sich dann so hoch bis der Admin hart mit Löschungen eingreifen muss. Und genau hier ist das Unternehmen wieder der Dumme, denn Löschungen sind immer negativ. Klar, Beschimp­fungen jenseits von gut und böse haben auf einer solchen Unternehmen­splat­tform nichts verloren, aber den Ruf, die Firma lösche ihr nicht passende Einträge verbre­iten sich schnell im sozialen Netz und haben immer einen faden Beigeschmack.

Leider gibt es natür­lich noch viele weitere Möglichkeiten, Abstim­mungen zu verfälschen. Gerade bei den Jüngeren sehr beliebt ist die Methode der Fake-Accounts. Da Teenies viel Zeit für Unsinn haben, kann man dort beobachten, dass diese unter­schiedliche Profile anlegen, um Stimmen zu gener­ieren. Dabei wird der Account meis­tens für nichts Weit­eres genutzt. Werbeagen­turen nutzen diesen Trick der Fake-Accounts natür­lich auch, aber meist um Botschaften, Werbung, Videos, …  zu streuen. Was in meinen Augen genau negativ zu beurteilen ist.

Als wirtschaftlich inter­essierter Mensch weiß man, wo sich Nach­frage entwickelt, wird auch ein Angebot nicht lange auf sich warten lassen. Daher kann man mittler­weile auch Face­book “likes” diskret, einfach und schnell per PayPal käuflich erwerben. Dabei bewegen sich die Preise meist zwis­chen 10 € für 100 likes und 50 € für 1.000 likes. Dies kann bei einem Gewinn­spiel mit teuren Gewinnen durchaus lukrativ sein. (keine Hand­lungsempfehlung)

Auch hinter diesem Hinter­grund darf kritisch hinter­fragt werden, was bringen solche Gewinn­spiele den Firmen wirk­lich? Massen­weise Fake-Account-Fans? Gekaufte likes? Klick-Gemeinschaften, die nach Beendi­gung des Gewinn­spiels die Zelte abbrechen, weit­erziehen und an den News der Firmen nie inter­essiert waren und die Preise womöglich direkt bei ebay einstellen?

Es ist auch span­nend zu sehen, wie die Unternehmen mit dieser Kritik an Votings umgehen. Ich möchte keine Namen nennen, aber man findet Beispiele zu Hauf. Mittler­weile werden die Gewinn­spielver­anstalter meist zeitnah nach Anlaufen der Aktion auf die Prob­lematik der Votings hingewiesen. Da frage ich mich natür­lich, wenn man ein Social Media Gewinn­spiel veranstaltet und womöglich noch eigene Angestellte für genau diesen Bereich hat, muss man sich dieser Prob­lematik sehr wohl bewusst sein. Ist aber anscheinend seltener der Fall als man glaubt. Bei den ersten kritis­chen Posts merkt man, dass sich von Firmen­seite noch keine einheitliche Strategie heraus­ge­bildet hat, damit umzugehen. Einige machen völlig dicht und betonen, dass die Regeln fest­stehen und nicht geän­dert werden können (was in den meisten Fällen nicht stimmt), andere antworten überhaupt nicht auf diese Anmerkungen der Commu­nity. In meinen Augen ein sehr fataler Fehler, denn es ist extrem wichtig die Äußerungen ernst zu nehmen, einen Dialog (auch wenn er nicht immer angenehm ist) einzugehen und die Kritiker mitzunehmen. Der Ärger der Commu­nity ist in der heutigen vernetzen Welt ein Problem für die Firmen und könnte je nach Ausbre­itung (und anderen Faktoren) zum medi­alen Super Gau führen. Und dieser sollte tunlichst verhin­dert werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Firmen, die konstruktiv versuchen auf die Kritik einzugehen, Fehler öffentlich eingestehen und an gewissen Stellschrauben drehen, damit das Gewinn­spiel für alle zufrieden­stel­lend zu Ende gebracht werden kann. Indi­rekt verbessert das Unternehmen auch die eigene Situ­a­tion, denn wer möchte schon haufen­weise Fake-Accounts, gekaufte Klicks oder Klick­ge­mein­schaften unter­stützen und auf den eigenen Fanseiten ansam­meln?

Fazit: Abschließend kann man nicht sagen, wie man sich optimal verhalten sollte, aber man sollte sich der Prob­lematik bewusst sein und einige Dinge beherzigen. Die Commu­nity ernst nehmen und in den Prozess einbinden. Fehler auch öffentlich eingestehen und Nachbesserungen vornehmen. Stures Verhalten bringt die Gemein­schaft dazu, negativ über den Vorgang im world wide web zu berichten. Damit könnte sich ein Image aufbesserndes Event zu einem PR Desaster entwickeln. Und mal ganz ehrlich, wer will das schon?

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5 Kommentare

  1. Ach herjeh…da fühlt sich jetzt jemand auf den Schlips getreten. Und schön umge­hend mit dem Anwalt drohen. Nun ja – irgend­wann verstehen sie es auch mit dem Social Media. Sehr schön auch die Google Analytics Auswer­tung ^^.

  2. Manche Firmen sperren auch Benutzer, die wieder­holt (höflich) auf den Unsinn von Voting-Gewinnspielen, die Exis­tenz von Vote Exchange usw. hinweisen. Da hilft nur, solche Gewinn­spiele grund­sät­zlich zu meiden.

    PS: Auch “Fans” kann man kaufen (googelt mal nach “Firma XY” (musste geän­dert werden, siehe Update)), wenn also die Fanzahl von wenigen Tausend auf über 100.000 steigt, muss es nicht nur an zehn iPads liegen…

  3. Ich sehe das so: wenn man ein Gewinn­spiel oder sonstwas organ­isiert, muss man mit allem rechnen. Aber ich habe folgendes erlebt, auch wenn man ein paar solche “mafiosen” bekommt – dadurch bewegt sich einiges, und es kommen auch viele, die damit nichts zu tun haben. Also hier ist die Frage: etwas dulden um mehr Bewe­gung zu haben oder sehr hart sein und sich 100% distanzieren mit dem Risiko, dass kein Mensch mein gewinn­spiel sieht?

  4. Die Negativ Aussagen gegen Gekaufte Likes würde ich garnichtmal so bestätigen.
    Oftmals ist das einfach eine Sache an Erwartungen die die Kunden haben.
    Viele Große Likev­erkäufer werben mit „mehr Kunden“ oder „mehr Verkäufen“.
    Dies ist schlichtweg falsch , laut unseren Unter­suchungen eigenen sich Likes wirk­lich NUR dazu den Like Zähler nach oben zu treiben.

    Da viele unserer Kunden aber auf der Suche nach „mehr Kunden“ sind , haben wir uns entsch­ieden den Kunden auch Shares anzu­bi­eten.
    Vorher haben wir getestet : Für unsere eigene Seite haben wir eine Share Aktion einge­bucht – ERGEBNIS: 30 % mehr Neuan­mel­dungen – die Zahlen sind Beweisbar!

    Mit XXXXXXXX (Link wurde entfernt) haben wir viele zufriedene Kunden gewonnen – gerade dadurch das wir KEINE Falschen Versprechen machen.

  5. von solchen Machen­schaften hab ich schon vor Monaten berichtet ;)
    http://0.shork.org/votings
    LG Sarah

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