Neulich bei der Bahn

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Ich wollte an einem Sonntag von Mönchenglad­bach nach Münster mit dem Rhein-Haard-Express fahren. Klingt einfach, war es aber leider nicht.

Auf dem Gleis angekommen musste ich fest­stellen, dass der Zug ausfiel, obwohl ich zuvor noch auf bahn.de nachgeschaut hatte und der Zug als pünk­tlich angekündigt war. Gut, man kann sich nun stre­iten, kann ein Zug unpünk­tlich sein, wenn er ganz ausfällt?

Jeden­falls bin ich zum Bahn­schalter, der auch schon belagert wurde, um genauere Infor­ma­tionen zu bekommen. Uns wurde eine Alter­na­tivroute vorgeschlagen, wir sollten den Zug nach Viersen nehmen, dort sollte ein Schienen-Ersatz-Verkehr zur Verfü­gung gestellt werden, um nach Krefeld zu kommen. Dort sollte der Rhein-Haard-Express plan­mäßig nach Münster fahren. Gesagt getan.

Ich hatte ca. 15 Mitstre­iter, die eben­falls nach Münster wollten. In Viersen angekommen wanderten wir zur Bussta­tion. Uns wurde von einem Linien­bus­fahrer gesagt, dass der Bus zum Krefelder Bahnhof gerade weg sei. Nach der Aussage waren direkt alle bedient, denn keiner wußte wann der nächste kommt. Also hieß es warten, warten, warten. Das Zusatzproblem war, dass an diesem Bahnhof kein Bahn­mi­tar­beiter mehr arbeitet, man konnte also keinen fragen, wie und wann es weit­ergeht. Ungewis­sheit ist manchmal schlimmer als Gewis­sheit. Aber in diesem Fall hieß es einfach nur warten und hoffen, was ja bei der Bahn leider zu oft vorkommt. Jeder ankom­mende Bus wurde befragt, jedoch konnte uns kein Busfahrer weit­er­helfen. Etwas Aufheiterung bekamen wir, als zwei junge Punks auf der Bild­fläche erschienen und uns unfrei­willig belustigten. Der eine redete immer, er hätte schon Demo-Entzug, da seine letzte Demo ja schon 2 Tage zurücklag. Der andere wollte sich ein Bier holen und kam mit einem Malz­bier zurück. Und sowieso konnten die beiden jede Frage beant­worten, wann der nächste Bus kommt, wie weit es nach Krefeld ist und und und, obwohl sie eigentlich keiner gefragt hatte. Sie schal­teten sich ständig in Diskus­sionen ein, obwohl keiner ihre Meinung hören wollte, daher wurden die beiden nach einiger Zeit extrem nervig. Dabei wurde die Stim­mung eh immer gereizter, denn es kam kein Schienen-Ersatz-Verkehr. Nach einer Stunde des Wartens kam einer aus unserer Runde vom Bahn­steig zurück und teilte uns mit, dass dort der Rhein-Haard-Express wieder fahren sollte. Das Problem war nur, dass keiner dem Braten traute, denn alle hatten Angst, dass diese Ankündi­gung nur eine Finte sei. Die Gefahr war groß, dass genau dann der ersehnte Bus zum Krefelder Bahnhof ankam, wenn wir alle verge­blich am Bahn­steig warteten. Ich ging das Risiko ein und wurde belohnt, denn es kam tatsäch­lich der gewün­schte Zug.

Mein Fazit: Leider wurden wir am Mönchenglad­bacher Bahnhof schlecht beraten, am Viersener Bahnhof wurde kein Schienen-Ersatz-Verkehr bere­it­gestellt, aus lauter Geldgier sind kleinere Bahn­höfe nicht mehr mit Personal besetzt, das man bei solchen Prob­lemen fragen könnte, kurz gesagt uns fehlten Infor­ma­tionen. Und wenn man jetzt denkt, dass es nun Geld zurück gibt, der liegt falsch, denn der Grund war ein Hochleitungss­chaden, also höhere Gewalt. Daher ist mein persön­licher Verlust: eine Stunde meines Lebens. Leider passiert so etwas nicht selten bei der Bahn, daher ist hier ein hoher volk­swirtschaftlicher Schaden zu vermuten.

Auch hier ist der Verbrauch­ser­vice miser­abel. Daher nimmt auch die Deutsche Bahn an meinem Wettbe­werb “Schlecht­ester Kundenser­vice 2010” teil.

UPDATE – Die Deutsche Bahn hat mit 54% der abgegebenen Stimmen den Titel “Elschy’s Schlecht­ester Kundenser­vice 2010″ erhalten!

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Ein Kommentar

  1. Sehr gut geschrieben, da kommt einen ja beim Lesen schon die Wut!

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