Perfides Vorgehen gegenüber Gaskunden Teil 1

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Ich bin vor einem halben Jahr umge­zogen und habe bei der Gele­gen­heit direkt meinen Versorger gewech­selt. Ich habe mich für den Ökostro­man­bi­eter Licht­blick entsch­ieden. Da der Gasmarkt seit kurzem auch liber­al­isiert ist und ich die alten einge­sessenen Regional­monopolan­bi­eter (bei mir Stadtwerke Münster) nicht unter­stützen wollte, wech­selte ich auch den Gasliefer­anten.

Und nun das: Ich habe nach 6 Monaten die erste Gas-Rechnung erhalten. Ich habe ange­blich 9.119,25 kWh Gas verbraucht. Was? Wie? Wann? Wofür? Ich soll mit meiner 70 qm Wohnung genau so viel verbraucht haben wie ein kleines Haus? Das kann doch nicht ernst gemeint sein? Oder heizt unser Hamster heim­lich, wenn wir nicht zu Hause sind, um syrische Verhält­nisse zu schaffen? Sofort habe ich in meinen alten Aufze­ich­nungen recher­chiert und entdeckt, dass ich tatsäch­lich 639 kWh Gas verbraucht habe. Das macht einen Euro Unter­schieds­be­trag von 500 Euro. Eigentlich habe ich ein Guthaben von 200 €, aber Licht­blick möchte jetzt ca. 300 € von mir. Die Rech­nung besagt, dass ich 7 qm Regen­wald in Ecuador geschützt habe. Nur habe ich diese Gasmenge ja gar nicht verbraucht und werde sie auch nicht bezahlen. Da frage ich mich jetzt, werden die 7 qm Regen­wald nachträglich doch noch abge­holzt? Appel­liert Licht­blick so an mein Gewissen, dass ich mich nicht beschwere, denn dann müssten ja Bäume und Tiere sterben?

lichtblick-rechnung

Ich also direkt bei Licht­blick angerufen. Der Frau an der Hotline kurz mein Problem geschildert und die ernüchternde Antwort bekommen: Damit haben wir nichts zu tun, für die Able­sung und Zählerangele­gen­heiten ist der städtische Versorger zuständig. Dann sagte die Frau, oh ja ich sehe, dass ihre Gaszäh­lerangaben erhe­blich von denen der Stadtwerke abwe­ichen. Da sie es selber nicht glauben konnte habe ich ihr nochmals meinen alten und den aktuellen Zähler­stand mitgeteilt (Verbrauch insge­samt 639 kWh). Ich sagte dabei, dass ich Licht­blick doch den richtigen Zähler­stand mitgeteilt hatte. Ja, das kann auch sein, aber bei Gas müssen wir den Stand des regionalen Anbi­eters nehmen, bei Strom ist das anders, da haben wir ihren Stand notiert. Ja was ist das denn für eine bescheuerte Regelung? Ich werde nach beiden Zähler­ständen gefragt, werde aufge­fordert sie abzulesen und dem Versorger mitzuteilen und beim Strom glaubt man mir und beim Gas nicht? Das kann die Bundesnet­za­gentur so aber nicht gewollt haben, oder doch? Oder hat der Geset­zgeber hier mal wieder geschlammt?

Okay mein Zwis­chen­fazit: Licht­blick ist für dieses Problem nicht der richtige Ansprech­partner. Aber eine weitere Frage beschäftigte mich trotzdem, warum hat es Licht­blick nicht für nötig befunden mir inner­halb von 6 Monaten mitzuteilen, dass krasse Zähler­standsab­we­ichungen bestehen? Ich wusste doch von nichts, da ich die Zählerüber­mit­tlung von den Stadtwerken zu Licht­blick doch nicht ahnen konnte. Anstatt mir dauernd Werbe­post zu schicken, hätte ich mir unter dem für mich sehr wichtigen Servicea­spekt gewün­scht einen Brief oder eine email zu bekommen. Es ist immer einfacher das Problem sofort und nicht 6 Monate später zu lösen. Als ich die Frau an der Hotline mit dieser Frage konfron­tierte verstrickte sie sich in Wider­sprüche und Ausflüchte. Dieses Fehlver­halten konnte Licht­blick nun mal nicht leugnen, wollten sie aber. In der Rech­nung bedankt sich Licht­blick für mein Vertrauen. Sorry, aber das ist erstmal weg und kommt auch nicht so schnell zurück. Weiter heißt es, dass sie sich freuen gemeinsam mit mir in eine saubere Zukunft zu gehen. Um das jetzt schon mal klarzustellen, ich werde in eine saubere Zukunft gehen, aber ohne Licht­blick! Außerdem sollte ich Licht­blick meinen Freunden und Bekan­nten empfehlen. Problem ist allerd­ings, wenn ich dies mache, habe ich in kürzester Zeit keine Freunde mehr und meine Verwandten wollen nichts mehr mit mir zu tun haben. So eine Schlam­perei kann man doch nicht weit­erempfehlen.

Nun aber zurück zum Thema. Direkt im Anschluss bei den Stadtwerken Münster angerufen. Nur die Bandansage, da man ja um 18.30 auch nicht mehr erre­ichbar sein muss. Hier denkt man wohl noch man sei Monop­o­list und könne sich alles leisten. Außerdem ist die Service Hotline eine 0180 Nummer und nicht kostenlos! So langsam kam mir auch der Gedanke, dass dieses Versehen kein Versehen sein muss, sondern Masche, um die Leute abzus­trafen, die den Anbi­eter wech­seln. Und später lässt man dann verlauten, dass man ja selber Schuld sein, man müsse ja nicht wech­seln.

Am näch­sten Tag also nochmals angerufen. Die Frau sagte mir, dass sie da überhaupt nichts machen könnte, das sei die Aufgabe meines Anbi­eters, da auch nicht die Stadtwerke Münster selbst, sondern ein Tochterun­ternehmen dafür zuständig sei. Auch auf Nach­frage, dass man mich doch zu ihnen vermit­telt habe, ließ die Frau kalt, sie sind kein Kunde bei uns wenden sie sich an ihren Anbi­eter. Aber der hat mich doch zu ihnen verwiesen. “Uns doch Egal”. Rumps und das wars. Und schon war ich der Dumme im perfiden Spiel mit dem Gas. Inter­es­sant war auch die Aussage, dass die Able­sung ja gar nicht die Stadtwerke selber, sondern ein Tochterun­ternehmen vorn­immt. Ja was kann ich denn dafür, wenn die Stadt unnötig große Struk­turen aufbaut? Und das so ein Unternehmen dann schnell träge wird weiß doch jeder, wie hier mal wieder bewiesen sei. Keiner weiß was der andere macht oder kann eine sinnvolle Auskunft geben. Mir ist bewusst, dass aus wirtschaft­spoli­tis­cher Sicht eine Tren­nung der Wertschöp­fungs­kette (hier Netz und Vertrieb) nötig und sinnvoll ist, aber sollte der Kunde wie im meinem Fall der Geschädigte sein? Eigentlich sollte doch genau das damit verhin­dert werden. Ich habe beim Einzug auch den Stadtwerken meinen Zähler­stand ordnungs­gemäß mitgeteilt, schriftlich und tele­fonisch, da damals schon etwas unklar war. Vielle­icht sollten sich die Stadtwerke einfach mehr ihre eigentlichen Aufgaben der Daseinsvor­sorge konzen­tri­eren. Auch “Nichtkunden” wie ich, die auf das Netz angewiesen sind haben ein Recht fair behan­delt zu werden.

Ich also wieder mit den neuen Infos bei der Lichtblick-Hotline angerufen. Direkt im schär­feren Ton deut­lich gemacht, dass ich für so ein perverses Spiel, “nein die sind Schuld, wenden sie sich an die”, “nein die sind Schuld, wenden sie sich an die”, keine Zeit und Lust habe. Die Frau von Licht­blick sagte natür­lich da können wir nichts machen, aber wir kümmern uns darum. Diesen Satz finde ich sehr inter­es­sant, denn warum kümmert man sich um mein Problem erst nach zweima­liger Aufforderung? Die Sache läuft (vielle­icht) und ich werde über weitere Neuigkeiten berichten.

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