Perfides Vorgehen gegenüber Gaskunden Teil 4

6 Jahre alt von in angeprangert Tags: , , , , , , , , ,

Seit Dezember bin ich nun Kunde bei Naturstrom und habe es nicht bereut. Die erste Jahresabrechnung (Dezember-Januar) ist nun eingetroffen und ist absolut korrekt. Ich möchte hier nun kurz von meinem Wechsel berichten und denjenigen die Angst nehmen, die befürchten ohne Strom oder Gas dazustehen und somit ins Mittelalter zurück versetzt werden.

Nachdem ich online auf der Naturstromseite meine Daten, Zählernummern, Bankverbindung ausgefüllt habe, bekam ich recht zügig eine email, dass mein Antrag nun bearbeitet wird. Der Hinweis, dass es leider einige Wochen dauern wird, ist obligatorisch und liegt nicht an Naturstrom, sondern am komplizierten Prozess, der im Hintergrund bei einem Wechsel abläuft. Denn nach der Liberalisierung sind nun nicht mehr nur der städtische Versorger, sondern auch der ausgegliederte Netzbetreiber involviert. Nach Antragsstellung Anfang Oktober 2010 war der Wechsel am 1. Dezember 2010 vollzogen, so dass ich Lichtblick den Rücken kehren konnte. Der obligatorische Anruf oder Brief warum ich denn gekündigt habe, wie er in der Telekommunikationsbranche üblich ist blieb hier aus. Dabei hätte ich denen doch gerne mal erklärt, was alles schief lief. Oder haben die Füchse von Lichtblick etwa meinen Blog gelesen?

In der Zeit zwischen Oktober und Dezember habe ich aber von den ganzen internen Vorgängen nichts mitbekommen. Erst Ende November bekam ich eine Ablesekarte, mit der Bitte, die Zählerstände von Strom und Gas der örtlichen Netzgesellschaft mitzuteilen. Dies habe ich natürlich fristgerecht getan und wollte zur Sicherheit diese Zählerstände auch Naturstrom direkt mitteilen. Da wurde ich direkt etwas enttäuscht, denn Naturstrom bietet seinen Kunden (noch) kein online Portal für Zählerstandeingaben oder sonstige Veränderungen an. Somit habe ich auf meinen Bestätigungsschreiben nach einer Telefonnummer gesucht und wurde fündig. Jedoch im doppelten Sinne, denn es gibt zwei verschiedene Nummern. Nach genauem Hinsehen musste ich feststellen, dass ich auch zwei Kundennummern besitze, eine für Strom und eine weitere für Gas. Da war ich ein wenig irritiert, rief aber einfach mal bei der Gashotline an. Positiv keine Wartezeit, netter Kundenberater! Er nahm auch meinen Zählerstand freundlich in Empfang. Dann fragte ich ihn, ob ich nun für Strom nochmal anrufen muss und womöglich ihn direkt wieder dran habe. Da musste er lachen und sagte, dass dieser interne Prozess noch zu optimieren wäre. Zwei Kundennummern, zwei Telefonnummern mal ehrlich, dass ist doch Mittelalter. Aber mit einem Lachen nahm er meinen Stromzählerstand auch entgegen und sagte, dass ich Glück gehabt hätte, denn die Stromhotline wäre viel stärker ausgelastet, mit längeren Wartezeiten. Damit war aber auch schon alles gemacht. Ende Januar bekam ich dann eine Ablesekarte für die Jahresabrechnung, ausgefüllt und abgeschickt. Rechnung bekommen, kontrolliert und alles korrekt. Mein Zwischenfazit: faire öko-Preise, guter Kundenservice mit Vereinfachungspotenzialen nach oben, leichter Wechsel, summa summarum ein guter, solider Versorger. Schlussendlich nur zu empfehlen!

Ich möchte an dieser Stelle aufklären, dass nicht wie beim Telefonanbieterwechsel der Lieferant physisch nicht gewechselt wird, sondern man den Strom und das Gas weiterhin vom örtlichen Versorger erhält. Daher kann man leider nicht direkt selber entscheiden, welchen Strom man selber verbrauchen möchte. Diese Ab- und Aufrechnung erfolgt auf Versorger – Produzentenebene. Jedoch sorgt man beim Wechsel dafür, dass der alte Anbieter weniger verkaufen kann und somit der Strom- bzw. Gasmix sich langfristig verändert. Somit kann es (nicht wie beim Telefonwechsel) nicht zu Ausfällen der Versorgung mit Strom- bzw. Gas kommen. Als Volkswirt kann ich daher nur jedem raten, die Preise regelmäßig zu kontrollieren, um nicht zu viel zu bezahlen. Viele Anbieter erhöhen den Tarif, weil im Strom und Gasmarkt bis dato nur wenige von der Möglichkeit eines Wechsels Gebrauch machen. Erwähnen möchte ich auch, dass Naturstrom an der teilweise sehr üppigen Erhöhung der Strompreise Anfang des Jahres nicht mitgemacht hat. Wobei man nicht vergessen darf, dass Naturstrom (noch) zu den kleineren Anbietern (100.000 Kunden) gehört. Der preisliche Unterschied zwischen normalen und Ökoanbietern ist mittlerweile sehr gering. Daher sollte man sich wirklich überlegen, ob man nicht die erneuerbaren Energien unterstützen sollte.

 

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • Hi,

    ich kann das nur bestätigen! Wir haben auch vor ein paar Monaten auf Ökostrom gewechselt – lief alles wunderbar. Die Mehrkosten sind gering, das Mehr an gutem Gewissen dagegen exorbitant. :):):)