Das Stillleben auf der A40

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Ich möchte euch nun endlich mit einigen warmen Worten, Bildern und einem Video von dem einma­ligen Ereignis auf der A40 berichten.

Früh am Sonntag Morgen habe ich mich auf den Weg gemacht, um pünk­tlich in Essen zu sein. Bei meiner Ankunft um 9.30 war der Essener Bahnhof noch recht leer, so dass ich ohne Platzprob­leme mit dem Bus zum Pressezen­trum fahren konnte. Dort habe ich mir letzte Instruk­tionen, meinen Presseausweis und mein Presse­fahrrad abge­holt.

Noch vor dem offiziellen Start um 11 Uhr habe ich meine erste Gondel­tour gemacht. Die 50 Meter kamen mir vor wie 200 Meter. Der Ausblick war fantastisch und es war wind­still, so dass schöne Bilder entstanden sind.

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Danach ging es sofort mit dem Fahrrad auf die Auto­bahn. Das Gefühl war einmalig. Wer kann denn schon sagen, ich bin mit dem Fahrrad auf der Auto­bahn gefahren? Ich hatte mich vorab natür­lich über die Bahn­regeln informiert; ja die existierten wirk­lich. Nicht auf der Mobil­itätsspur (hier durfte alles was Räder aber keinen Motor hat fahren) anhalten, nicht über die Leit­planke auf die Programm­spur (Tischspur) wech­seln, keine Glas­flaschen mitnehmen und und und. Aber der Verkehr wurde nicht explizit geregelt. Es gab zwar Leute, die mit Fähnchen versuchten den auf die Auto­bahn auffahrenden Menschen zu helfen, aber das jede Rich­tung eine Spur bekommt war nirgends fest­geschrieben und das sollte später auch noch zu einem Problem werden.

Leider musste ich an der näch­sten Ausfahrt schon wieder absteigen und schieben, da sich der erste Fahrrad­stau auf der A40 ereignet hatte. Stau­forscher waren alarmiert, aber es gab keine historischen Daten oder Erfahrungswerte wie man das Problem lösen konnte. Jedoch war der Grund schnell klar. Die Firma EDEKA, die auf der Bahn kleine “Filialen” eröffnet hatte, hatte doch tatsäch­lich auf einem zweis­purigen Abschnitt eine ganze Spur in Anspruch genommen. War das wirk­lich der Plan? Tausende von Fahrrad­fahrern, die in beide Rich­tungen unter­wegs waren sollten sich eine Spur teilen? Das kann doch nicht ernst gemeint sein, doch war es und so sah das dann aus.

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Lustig war auch, dass der Stand zwis­chen­durch eine Mitteilung machte, dass sie sich entschuldigen, aber den Platz von den Organ­isatoren zugewiesen bekommen hatten. Jedoch war aus dem Pressezen­trum zu erfahren, dass es eine strikte Vorgabe gab, keine zweis­purigen Abschnitte mit Ständen zu block­ieren. Aber vielle­icht war das von EDEKA ja auch genau so gewollt und geplant, denn nun hatten die Fahrrad­fahrer viel Zeit, die Sonne knallte auf den Kopf, der kleine Hunger zwis­chen­durch machte sich bemerkbar und zack konnte man nicht anders und musste etwas kaufen. Also doch eine Verkauf­sstrategie zu Lasten des Fahrrad­fahrers? Aber noch eine andere Frage beschäftigte mich, wo kamen die ganzen Fahrrad­fahrer her? Mir war nicht bewusst, dass so viele Menschen ein Fahrrad  besitzen geschweige denn es auch fahren in unserer Auto­ge­sellschaft. Dabei musste ich lernen, dass der ein oder andere so einige Jahre nicht mehr auf dem Draht­esel saß. Der Fahrstil war teil­weise aben­teuer­lich und verur­sachte ab und an auch kleinere Fahrradzusam­men­stöße. Aber die Stim­mung war durchweg freundlich und positiv.

Nach diesem Hindernis war die Strecke frei. Die Tunnelfahrt mit dem Fahrrad war ein High­light (im Video zu sehen). Dann bemerkte ich Dixi Toiletten mitten auf der Auto­bahn. Dieses inter­es­sante Bild musste ich für die Nach­welt festhalten. Leider waren nicht alle Tische besetzt, so dass hin und wieder Streck­en­ab­schnitte mit verlassenen Tischen zu sehen waren.

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Nach fünf Kilo­me­tern kehrte ich um und radelte zurück zum Pressezen­trum. Doch was war das, wieder Stau, aber es war kein EDEKA zu sehen. Was war passiert; ich habe es geze­ichnet. Genau hier kam das Problem zu tragen, dass nicht genau geregelt wurde, wer wo wann fahren darf. Wenn man den Menschen keine Vorgaben macht passiert genau das:

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Jeder will schnell weit­erkommen und denkt nur an sich und nutzt auch die andere Spur. Das Problem war nun leider, dass sich die Fahrräder auf jeder Seite stauten, so dass sich die schiebenden Radler in beide Rich­tungen einzeln durch das entstandene Nadelöhr quetschen mussten. Wären alle  brav auf ihrer Spur geblieben wäre dieser Stau wohl nie entstanden.

Wahnsinn, was so alles passieren kann. Wenig später dann der nächste Schock. Ich musste wieder am EDEKA Stand vorbei. Hier hatte sich die Lage nicht verbessert, da die versprochene Verlagerung des Standes nicht durchge­führt wurde. Also die Auffahrt hoch und dann schnell die Ausfahrt wieder runter, so war der Plan. Eigentlich eine gute Idee, aber wer konnte ahnen, dass die Organ­isatoren just in der Zeit in der ich die Straße zur Ausfahrt überquerte die Zugänge zu den Auf- und Ausfahrten dicht machten.

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Nichts ging mehr. Keiner kam mehr auf die Mobil­spur. Dumm war nur, dass nicht nur ich diese Idee hatte und es langsam aber sicher extrem voll wurde und die Fahrräder die Straße zur Auffahrt, die nicht gesperrt war, verstopften. Daher musste die Polizei die Zugänge wieder öffnen und ich konnte wieder auf Bahn.

Zurück im Pressezen­trum habe ich noch eine zweite Gondel­tour gemacht, um die Menschen­massen zu erfassen.

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Dann kurze Pause im Pressezen­trum und noch ein paar Pres­se­infos aus erster Hand einge­sam­melt. Das Medi­en­in­ter­esse war sehr bemerkenswert, über 100 inter­na­tionale Jour­nal­isten waren von China über Russ­land bis Japan und aus den USA angereist.
Mein Medium war am Sonntag nun mal Twitter. Dwitter hat die beliebtesten Twitter Hash­tags vom Woch­enende bekannt gegeben. Die aktuellen deutschen Twitter-TopThemen waren: 1) #a40 2) #schul­re­form 3) #stil­lleben. Ole van Beust und die Hamburger Schul­re­form haben einen Doppelsieg verhin­dert. Das Pressezen­trum war ganz neumodisch mit einer Twit­ter­wall ausges­tattet, so sollte es überall sein. Desweit­eren bedanke ich mich für eure große Anteil­nahme meiner Twitter-Reportage am Sonntag.

Mein Fazit: Tolle Idee, tolle Veranstal­tung, gute Planung und Organ­i­sa­tion, mal abge­sehen von kleineren Fehltritten und den Menschen, die sich nicht an die Spiel­regeln gehalten haben. Über 3 Millionen Menschen betraten zu Fuß oder auf Rädern ohne Motor die A40, davon waren ca. 1 Millionen Menschen auf Rädern unterwegs. 20.000 Bierzelt­tische zierten die 60 km lange Programm­spur. Zu erwarten aber leider trotzdem schade waren die nicht beset­zten Tisch­ab­schnitte. Ein großes Lob geht an die Müllentsorgung­sor­gan­i­sa­tion, es gab kaum Müll auf der Strecke. Das lag einer­seits an den Menschen, die Müll nicht sorglos auf die Strecke geworfen haben und ander­er­seits an den Müll­tonnen (jede 50 Meter eine) und fleißigen Müllmän­nern, die immer mit Säcken unter­wegs waren.

Außerdem möchte ich in eigener Sache neben meiner Twitter-Reportage meinen ersten LiveStream erwähnen. Ich bin sehr zufrieden, dass ohne große Ankündi­gung 14 Zuschauer plus jene, die den Stream über meine Inter­net­seite gesehen haben, den Weg zu meiner Live Vorführung gefunden haben. Meine ustream-Aufzeichnungen haben bis jetzt mehr als 200 aufgerufen.

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Ich werde in Zukunft meine LiveStreams noch besser planen und rechtzeitig veröf­fentlichen, damit alle Bescheid wissen und antizip­ieren können. Merkt euch mein ustream Profil.
Auch meine Inter­net­seite hat einen 10 fachen Anstieg der gewöhn­lichen Seit­e­naufrufe erlebt. Vielen Dank für euer Inter­esse.

Hier nun mein selbst gedrehtes Video. Leider hat Casio mir nie auf meine Anfrage einer Probe-Kamera geant­wortet, daher leider nur in durch­schnit­tlicher Qual­ität:

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2 Kommentare

  1. Die Preise waren eher human. Auf jeden Fall günstiger als in einer echten EDEKA Filiale.

  2. wunder­schöner Bericht!

    Für die Fa. Edeka allerd­ings keine gute Werbung…waren die Preise denn “human” oder eher erhöht?

    Ich wäre echt gern dabei gewesen…

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