Das Stillleben auf der A40

7 Jahre alt von in Events Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Ich möchte euch nun endlich mit einigen warmen Worten, Bildern und einem Video von dem einmaligen Ereignis auf der A40 berichten.

Früh am Sonntag Morgen habe ich mich auf den Weg gemacht, um pünktlich in Essen zu sein. Bei meiner Ankunft um 9.30 war der Essener Bahnhof noch recht leer, so dass ich ohne Platzprobleme mit dem Bus zum Pressezentrum fahren konnte. Dort habe ich mir letzte Instruktionen, meinen Presseausweis und mein Pressefahrrad abgeholt.

Noch vor dem offiziellen Start um 11 Uhr habe ich meine erste Gondeltour gemacht. Die 50 Meter kamen mir vor wie 200 Meter. Der Ausblick war fantastisch und es war windstill, so dass schöne Bilder entstanden sind.

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Danach ging es sofort mit dem Fahrrad auf die Autobahn. Das Gefühl war einmalig. Wer kann denn schon sagen, ich bin mit dem Fahrrad auf der Autobahn gefahren? Ich hatte mich vorab natürlich über die Bahnregeln informiert; ja die existierten wirklich. Nicht auf der Mobilitätsspur (hier durfte alles was Räder aber keinen Motor hat fahren) anhalten, nicht über die Leitplanke auf die Programmspur (Tischspur) wechseln, keine Glasflaschen mitnehmen und und und. Aber der Verkehr wurde nicht explizit geregelt. Es gab zwar Leute, die mit Fähnchen versuchten den auf die Autobahn auffahrenden Menschen zu helfen, aber das jede Richtung eine Spur bekommt war nirgends festgeschrieben und das sollte später auch noch zu einem Problem werden.

Leider musste ich an der nächsten Ausfahrt schon wieder absteigen und schieben, da sich der erste Fahrradstau auf der A40 ereignet hatte. Stauforscher waren alarmiert, aber es gab keine historischen Daten oder Erfahrungswerte wie man das Problem lösen konnte. Jedoch war der Grund schnell klar. Die Firma EDEKA, die auf der Bahn kleine „Filialen“ eröffnet hatte, hatte doch tatsächlich auf einem zweispurigen Abschnitt eine ganze Spur in Anspruch genommen. War das wirklich der Plan? Tausende von Fahrradfahrern, die in beide Richtungen unterwegs waren sollten sich eine Spur teilen? Das kann doch nicht ernst gemeint sein, doch war es und so sah das dann aus.

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Lustig war auch, dass der Stand zwischendurch eine Mitteilung machte, dass sie sich entschuldigen, aber den Platz von den Organisatoren zugewiesen bekommen hatten. Jedoch war aus dem Pressezentrum zu erfahren, dass es eine strikte Vorgabe gab, keine zweispurigen Abschnitte mit Ständen zu blockieren. Aber vielleicht war das von EDEKA ja auch genau so gewollt und geplant, denn nun hatten die Fahrradfahrer viel Zeit, die Sonne knallte auf den Kopf, der kleine Hunger zwischendurch machte sich bemerkbar und zack konnte man nicht anders und musste etwas kaufen. Also doch eine Verkaufsstrategie zu Lasten des Fahrradfahrers? Aber noch eine andere Frage beschäftigte mich, wo kamen die ganzen Fahrradfahrer her? Mir war nicht bewusst, dass so viele Menschen ein Fahrrad  besitzen geschweige denn es auch fahren in unserer Autogesellschaft. Dabei musste ich lernen, dass der ein oder andere so einige Jahre nicht mehr auf dem Drahtesel saß. Der Fahrstil war teilweise abenteuerlich und verursachte ab und an auch kleinere Fahrradzusammenstöße. Aber die Stimmung war durchweg freundlich und positiv.

Nach diesem Hindernis war die Strecke frei. Die Tunnelfahrt mit dem Fahrrad war ein Highlight (im Video zu sehen). Dann bemerkte ich Dixi Toiletten mitten auf der Autobahn. Dieses interessante Bild musste ich für die Nachwelt festhalten. Leider waren nicht alle Tische besetzt, so dass hin und wieder Streckenabschnitte mit verlassenen Tischen zu sehen waren.

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Nach fünf Kilometern kehrte ich um und radelte zurück zum Pressezentrum. Doch was war das, wieder Stau, aber es war kein EDEKA zu sehen. Was war passiert; ich habe es gezeichnet. Genau hier kam das Problem zu tragen, dass nicht genau geregelt wurde, wer wo wann fahren darf. Wenn man den Menschen keine Vorgaben macht passiert genau das:

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Jeder will schnell weiterkommen und denkt nur an sich und nutzt auch die andere Spur. Das Problem war nun leider, dass sich die Fahrräder auf jeder Seite stauten, so dass sich die schiebenden Radler in beide Richtungen einzeln durch das entstandene Nadelöhr quetschen mussten. Wären alle  brav auf ihrer Spur geblieben wäre dieser Stau wohl nie entstanden.

Wahnsinn, was so alles passieren kann. Wenig später dann der nächste Schock. Ich musste wieder am EDEKA Stand vorbei. Hier hatte sich die Lage nicht verbessert, da die versprochene Verlagerung des Standes nicht durchgeführt wurde. Also die Auffahrt hoch und dann schnell die Ausfahrt wieder runter, so war der Plan. Eigentlich eine gute Idee, aber wer konnte ahnen, dass die Organisatoren just in der Zeit in der ich die Straße zur Ausfahrt überquerte die Zugänge zu den Auf- und Ausfahrten dicht machten.

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Nichts ging mehr. Keiner kam mehr auf die Mobilspur. Dumm war nur, dass nicht nur ich diese Idee hatte und es langsam aber sicher extrem voll wurde und die Fahrräder die Straße zur Auffahrt, die nicht gesperrt war, verstopften. Daher musste die Polizei die Zugänge wieder öffnen und ich konnte wieder auf Bahn.

Zurück im Pressezentrum habe ich noch eine zweite Gondeltour gemacht, um die Menschenmassen zu erfassen.

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Dann kurze Pause im Pressezentrum und noch ein paar Presseinfos aus erster Hand eingesammelt. Das Medieninteresse war sehr bemerkenswert, über 100 internationale Journalisten waren von China über Russland bis Japan und aus den USA angereist.
Mein Medium war am Sonntag nun mal Twitter. Dwitter hat die beliebtesten Twitter Hashtags vom Wochenende bekannt gegeben. Die aktuellen deutschen Twitter-TopThemen waren: 1) #a40 2) #schulreform 3) #stillleben. Ole van Beust und die Hamburger Schulreform haben einen Doppelsieg verhindert. Das Pressezentrum war ganz neumodisch mit einer Twitterwall ausgestattet, so sollte es überall sein. Desweiteren bedanke ich mich für eure große Anteilnahme meiner Twitter-Reportage am Sonntag.

Mein Fazit: Tolle Idee, tolle Veranstaltung, gute Planung und Organisation, mal abgesehen von kleineren Fehltritten und den Menschen, die sich nicht an die Spielregeln gehalten haben. Über 3 Millionen Menschen betraten zu Fuß oder auf Rädern ohne Motor die A40, davon waren ca. 1 Millionen Menschen auf Rädern unterwegs. 20.000 Bierzelttische zierten die 60 km lange Programmspur. Zu erwarten aber leider trotzdem schade waren die nicht besetzten Tischabschnitte. Ein großes Lob geht an die Müllentsorgungsorganisation, es gab kaum Müll auf der Strecke. Das lag einerseits an den Menschen, die Müll nicht sorglos auf die Strecke geworfen haben und andererseits an den Mülltonnen (jede 50 Meter eine) und fleißigen Müllmännern, die immer mit Säcken unterwegs waren.

Außerdem möchte ich in eigener Sache neben meiner Twitter-Reportage meinen ersten LiveStream erwähnen. Ich bin sehr zufrieden, dass ohne große Ankündigung 14 Zuschauer plus jene, die den Stream über meine Internetseite gesehen haben, den Weg zu meiner Live Vorführung gefunden haben. Meine ustream-Aufzeichnungen haben bis jetzt mehr als 200 aufgerufen.

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Ich werde in Zukunft meine LiveStreams noch besser planen und rechtzeitig veröffentlichen, damit alle Bescheid wissen und antizipieren können. Merkt euch mein ustream Profil.
Auch meine Internetseite hat einen 10 fachen Anstieg der gewöhnlichen Seitenaufrufe erlebt. Vielen Dank für euer Interesse.

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Hier nun mein selbst gedrehtes Video. Leider hat Casio mir nie auf meine Anfrage einer Probe-Kamera geantwortet, daher leider nur in durchschnittlicher Qualität:

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • Die Preise waren eher human. Auf jeden Fall günstiger als in einer echten EDEKA Filiale.

  • wunderschöner Bericht!

    Für die Fa. Edeka allerdings keine gute Werbung…waren die Preise denn „human“ oder eher erhöht?

    Ich wäre echt gern dabei gewesen…