re:publica 2012

4 Jahre alt von in Events Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Ich habe vom 2. bis 4. Mai meine erste re:publica besucht. Dieses Jahr wurde das Event zum ersten Mal in der STATION-Berlin (ehema­liger Bahnhof) veranstaltet. Der Umfang der Veranstal­tung war atem­ber­aubend: Über 4.000 Teil­nehmer und über 250 Speaker auf 8 Bühnen. Die Sessions waren thema­tisch sehr vielfältig: Das Internet wurde aus jedem Blick­winkel betra­chtet. Der eigene „Fahrplan“ musste gut geplant sein, weil man sich immer zwis­chen mehreren inter­es­santen Themen entscheiden musste. Die Sessions waren sehr inter­aktiv gestaltet, da meist Zwis­chen­fragen aus dem Publikum erlaubt und erwün­scht waren. Die diesjährige Veranstal­tung stand passender­weise unter dem Motto Act!on.
Leider waren einige Sessions zu allge­mein gehalten und kratzten nur an der Ober­fläche. Hier hätte ich mir manchmal mehr Hintergrund- und Detail­in­for­ma­tionen gewün­scht. Ein weit­eres Problem war, dass der angekündigte Titel manchmal die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Aber ich möchte überhaupt nicht „nölen“, denn die Veranstal­tung war für mich ein voller Erfolg.

Ich habe meine Sessions „oldschool“ mit dem offline Plan organ­isiert und ganz altmodisch meine Favoriten eingekreist.

  Mittwoch                                                      Donner­stag

 

Freitag

Ich möchte hier nicht die einzelnen Sessions erwähnen, die ich besucht habe, aller­dings möchte ich meine Lieb­lings­ka­te­gorien nennen: RE:PUBLICA, RE:HEALTH, CO:FUNDING, RE:PORT und RE:PLAY. Ich nehme sehr viel Input, neue Aspekte, tolle Ideen und inter­es­sante Sicht­weisen mit nach Hause. Gerade der Einsatz von Social Media im Gesund­heits­sektor (Kliniken und Altenpflege) hat mich sehr inter­es­siert. Da wir durch unser Tool der Mitar­bei­ter­be­fragung in diesem Bereich tätig sind möchte ich mich inten­siver mit der Nutzung der Social Media Tools speziell im Gesund­heits­sektor ausein­an­der­setzen, um die Häuser indi­vi­du­eller beraten zu können. Die Praxis­bei­spiele der Redner haben gezeigt, dass dort noch viel Arbeit vor uns liegt, da viele Kanäle weniger optimal einge­setzt und teil­weise falsch verstanden und genutzt werden.
Außerdem habe ich viele Infor­ma­tionen und Denk­an­stöße zum Thema “crowd­funding” und “crow­din­vestment” erhalten und werde mich daher näher mit dem Thema  beschäf­tigen. Das Thema ist gerade in dem Bereich der klei­neren Projekte, indem wir uns bewegen, sehr inter­essant und könnte dazu führen, dass mehr Projekte umge­setzt werden können, da die alte Banken­fi­nan­zierung mehr und mehr an Einfluss verliert. Ich möchte dort mehr Infor­ma­tionen und Erfah­rungen sammeln, um das Wissen an unsere Kunden weiter­zu­geben, weil ich der Meinung bin, dass “Crowdfinan­zierung” eine echte Alter­native zur Finan­zierung klei­nerer Projekte ist.
Eben­falls nicht zu verachten ist die aktuelle Diskus­sion über Patent- und Urhe­ber­recht, die mir durch exzel­lente Vorträge z.B. von Udo Vettel vom Law Blog näher­ge­bracht wurde und meine Sichtweise geschärft hat.

Ich habe meine Chance genutzt und ein Inter­view mit Axel Bringéus von Spotify geführt. Leider waren die Hinter­grundgeräusche so laut, dass auch nach der Bear­beitung noch einiges zu hören ist. Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem.

Der Wandel des Computer Users ist ein Thema, was mich sofort ange­sprochen hat. Leider war der Vortrag sehr wissenschaftlich, aber nichts­destotrotz sehr inter­es­sant. Folgendes Video, vom ersten singenden Computer (IBM 7094) aus dem Jahre 1961, möchte ich euch nicht voren­thalten, da es die erste Vermen­schlichung von Computern war.

Der Donner­stag Abend stand ganz im Zeichen der letzten Royal Revue III – Das große Finale. Mal wieder eine sehr lustige Präsen­ta­tion von Markus Herrmann und Nils Bokel­berg. Ich werde euch vermissen Jungs. Ich habe am Freitag die beiden dann direkt bei geheimen Proben gesichtet. Hier seht ihr super geheime Aufnahmen. Die beiden werden als Bach­elor Nach­folger gehan­delt und üben fleißig.

Neben den klasse Sessions, war mir aber der Offline-Kontakt zu den vielen netten Menschen wichtig, die ich im Laufe der Zeit durch Twitter, Face­book und Co. kennen­gel­ernt habe. Daher musste ich immer wieder Kompro­misse eingehen und mich zwis­chen Vorträgen und Treffen entscheiden. Neben dem festen Angebot konnte man auch im „Open Space“ in der oberen Etage eigene Ideen präsen­tieren und mit anderen in Kontakt treten. Dort waren Tische zum Bloggen, aber auch zum Austausch aufgestellt. Für mich sehr inter­es­sant war das Angebot der eigenen Work­shops. Dort konnte jeder ein Thema und Uhrzeit festlegen, Werbung in eigener Sache machen und hatte somit einen eigenen Work­shop ins Leben gerufen. Den Speed Networking Work­shop habe ich leider zu spät erspäht, war aber wohl sehr lustig, da die Visitenkarten nur so über den Tisch flogen.

Ich habe am letzten Tag an einem Work­shop von DriveNow und flinc teilgenommen, Thema: Wie sollten zukün­ftige Social Media Features im Car Sharing aussehen? War wirk­lich sehr inter­es­sant und das anschließende Gespräch sehr aufschlussreich.

Zum Schluss noch weitere Kurz-Facts:

Die Sitz­land­schaft (von mir liebevoll Affen­felsen genannt) in der Mitte des re:publica squares bot einen angenehmen Aufen­thalt­sort zum Abschalten, Herumlungern, Quatschen und zusät­zlich die Möglichkeit Geräte zu laden. Direkt daneben waren hunderte von bunten Plas­tik­stühlen (Floating Chairs) aufge­baut, die von den Besuchern in irgen­deiner Weise genutzt werden sollten, kreative Stuh­lkreise, spon­tane Sitzungen; einzige Vorgabe, sie sollten genutzt werden. Im Endef­fekt wurden die meisten Stühle zusät­zlich in die Veranstal­tungsräume geschleppt, da bei einigen Sessions der Andrang größer als gedacht war. Und ja man konnte den Stühlen tatsäch­lich beim Wandern zusehen. Um nach drei Tagen der emotionalen Bindung Rech­nung tragen zu können, konnte man sogar die Stühle käuflich erwerben und von der DHL kostenlos nach Hause trans­portieren lassen.

Die Twit­ter­wall war eben­falls ein High­light, denn minütlich wurden neue Din A4 Zettel ausge­druckt und mit Kleister an die Wall gebracht. Dort war ich auch einige Male vertreten.

Das Projekt tweetscapes, das hash­tags auditiv erleben lässt, hat mich einige Minuten gefesselt. Dabei werden deutsche Twitter-Nachrichten in Echtzeit rund um die Uhr in abstrakte Klänge und Bilder umge­wan­delt.

Viele Videos von den fantastis­chen Panels sind bei youtube in voller Länge zu sehen.

Es waren unglaublich viele Kamer­ateams unter­wegs, die gefühlt jeden zu irgen­deinem Thema befragt haben. ARD, ZDF und fast jedes Dritte Programm hatte sein eigenes Team vor Ort. Die Privaten (RTL, ProSieben Sat 1 und N24) waren natür­lich auch alle Vertreten, plus kleinere Lokalsender (Alex,…). Nicht zu vergessen, jede Menge kleinere Teams, die ihre Videos im Netz zeigen.

Die Malteser haben Erste Hilfe für Nerds ange­boten: Sie haben nämlich Handys aufge­laden. Dort konnte man sein Gerät abgeben und später geladen wieder abholen. Ich musste allerd­ings fest­stellen, dass die Netzs­pan­nung wohl beein­trächtigt war, denn die Ladezeit war länger als sonst.

Ich freue mich schon auf die re:publica 2013!

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CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • http://www.andynash.com Andy Nash

    My first re:publica too, great confer­ence. Thanks for the post.