Tupper Party – Der männliche Bericht

5 Jahre alt von in Events Tags: , , , , , , , , , ,

Es war soweit, ich habe im April erfolgreich meine erste Tupper-Party absolviert; durch diverse Ereignisse schaffe ich es erst jetzt meine Eindrücke zu schildern. Jedoch wollte ich euch meine „männlichen“ Erlebnisse nicht vorenthalten.

Was soll ich sagen, es war toll. Aber nicht weil die Produkte mich aus den Latschen gehauen haben, sondern weil die Atmosphäre (für einen Mann) sehr interessant war! Wir kamen etwas spät bei der Gastgeberin an, die Tupper Frau stand schon neben den Produkten bereit, um zu starten. Nach einem Sektchen der Party-Gesellschaft (5 Frauen, 2 Männer) ging die Sause auch schon los. Die Tupperware stand auch schon bereit. Denn wer jetzt denkt, jedes Produkt würde mit einem großen TAM TAM aus irgendeiner Ecke hervorgeholt, den muss ich leider enttäuschen, alle Produkte lagen von Anfang an auf dem Tisch und wurden eher emotionslos in die Höhe gehalten.

Um die Stimmung am Anfang zu heben wurden die Geschenke verteilt, die man allerdings immer bekommt, wenn man physisch anwesend ist. Somit bin ich jetzt glücklicher Besitzer einer blauen Tupperbox. Dann plötzlich war das Essen der Gastgeber fertig und es wurde gegessen, aber wer glaubt es wurde pausiert, der lag falsch, die Frau führte ihr Programm strebsam weiter. Nun erklärte die Tupper-Frau, die ich hier im Weiteren als Frau Domian bezeichnen möchte (da einige den ganzen Abend wirklich glaubten, dass die Frau so heißt) das tolle Gastgebergeschenk. Blöd war nur, dass die Gastgeberin selbst gerade mit dem Essen in der Küche beschäftigt war und die langen Ausführen nicht mitbekam. Egal, Essen auf den Tisch und die Präsentation ging ohne Unterbrechung weiter. Den Mädels war es auch völlig egal, dass Frau Domian präsentierte, denn es wurde fleißig dazwischen gequatscht. Dann musste ich auf die harte Tour lernen, dass Tupper nicht aus Plastik, sondern aus Spezial-Kunststoff besteht. Besonderheit: Farbecht, farbintensiv und wenn ein Produkt fehlerhaft ist, wird es eingeschmolzen und nicht wieder für Tupper-Produkte verwendet. Ich verstehe zwar nicht, warum die erneute Wiederverwendung ein Qualitätsmangel sein soll, denn aus ökologischen Gründen sollte man doch eher für Recycling sein.

Bei jeder einzelnen Produktvorstellung wurden immer wieder dieselben (womöglich alkoholgetränkten) Fragen gestellt: Darf das auch in die Mikrowelle? Darf man das schütteln? Und beim 3. Sektchen war kein Halten mehr, die Frauen quatschen wild durcheinander, stellten querbeet Fragen zu Produkten, die überhaupt nicht präsentiert wurden und diskutierten wie eine wild gewordene Horde Äffchen. Freunde, es war ein heilloses Durcheinander. Ich denke, dass ist auch der Grund, warum Männer bei solchen Partys nicht besonders erwünscht sind: Sie stören das gepflegte Chaos. Frau Domian tat mir wirklich leid; sie versuchte den roten Faden fest in den Händen zu halten, hatte aber keine Chance. Auf der einen Seite war sie fest entschlossen die Produkte weiter vorzustellen, auf der anderen Seite wurden Fragen zu verschiedensten Produkten und Themen gestellt. Zusätzlich diskutierten die Mädels auch noch untereinander. Was für ein Szenario. Nach kurzer Erholung stand Kochen mit der Mikrowelle auf dem Programm. Also ich, der ja schon länger ganz kurz vorm ersten Michelin Stern steht, kann nicht verstehen, wie man ernsthaft mit der Mikrowelle kochen kann und das auch noch so nennen kann. Jedenfalls kurz zusammengefasst: Tupper bietet hier eine Reihe hoch qualitativer Produkte an, die aber eigentlich keiner braucht.

Dann wurde zwischendurch immer mal wieder auf die Wundertüte verwiesen, deren Sinn und Zweck ich erst am Ende erfahren sollte. Später dazu mehr. Dann erlöste Frau Domain die Raucher, die in einer Pause eine Fluppe durchziehen konnten. Die Anderen konnten einen Pudding mit Tupper „kochen“. Ich wusste das schon im Vorfeld und hatte mich gefreut, aber was ich dort erleben musste nennt man doch bitte nicht kochen. Man benötigt eine Tupper-Schüssel, Milch, Zucker, Puddingpulver und eine Mikrowelle. Man packe alle Zutaten zusammen, rühre alles gut um und lasse für 10 Minuten die elektromagnetischen Wellen los. Dann ist er fertig, der „selbstgekochte“ Pudding. Hmmmm, war der lecker. Aber eins muss man festhalten, es ist nichts angebrannt. Während der Mikrowellenwartezeit konnte ich mich nicht zurückhalten und fragte, wie es denn grundsätzlich mit Männern bei Tupper-Partys aussieht. Sie antwortete, dass vereinzelt schon mal welche anwesend waren, aber eine reine Männerrunde wäre doch mal toll und bot mir sofort an Gastgeber zu werden. Ich glaube, dass es bestimmt ein durchaus lustiges Event werden könnte. Ich bin mir nicht sicher, aber sag niemals nie.

Dann sollte auf besonderen Wunsch des Gastgebers die Messermaus getestet werden. Er war unsicher, ob er seine guten Messer wirklich diesem Test unterziehen sollte. Hier versagte Frau Domian und der Hausherr selbst griff zur Maus uns schärfte seine Messer. Ergebnis war gut, der Papiertest wurde vorher und nachher gemacht und das Ergebnis überzeugte. Kleiner Negativpunkt: Leider können keine Wellenschnitt Messer geschärft werden. Dann machten wir den für mich größten gedanklichen Sprung von der Messermaus zum Mikrofasertuch. Wahnsinn, die Frauen wirbelten nur so von Themengebiet zu Themengebiet. Frau Domian hatte ihr Konzept und die Karteikarten schon längst über Bord geworfen und nahm nur noch die Einwürfe der Mädels auf und beantwortete Fragen. Nach über 90 Minuten war schließlich der offizielle Teil zu Ende und die Mädels schrien nur noch WUNDERTÜTE. Ich wurde schon gar nicht mehr gehört als ich nachfragte, was das denn jetzt sei. Ich hörte nur, erst zu mir, erst zu mir. Dann antwortete man mir, das sind Tupper-Produkte, die billiger verkauft werden, da sie aus dem Fundus von Frau Domain selbst waren. Und aus einer anderen Ecke entgegnete es mir nur UND MAN KANN SOGAR NOCH HANDELN! Und Leute, das war wie im Ausverkauf, die Tupper Gefäße flogen nur so durchs Zimmer, „oohhh Pink, das will ich“, „oohh die ist toll“,… Leckomio, die Frauen waren kurz vorm Orgasmus. Obwohl sich die Mädels schon Zahlreiches aus dem Katalog ausgesucht hatten, wurde die Wundertüte fast leer geshoppt. Außerdem zu erwähnen ist, dass diese Truppe sich in den letzten 3 Monaten schon 4 Mal zu Tupper-Partys getroffen hat. Die Tupper-Notwendigkeit kann hier also fast ausgeschlossen werden. Hin und wieder kamen auch den Frauen tatsächlich Zweifel, ob das alles wirklich gebraucht wird, aber meist hörte man leicht entnervt den Satz: „Ich nehm die Dose“. Und wenn man jetzt denkt das war es, falsch gedacht, denn jetzt kam noch das Wünschebuch. Dort kann man seine Wünsche eintragen, zwecks Farben und Preis, egal, Hauptsache die Tupper Frau weiß, was man möchte, um einen später nochmals zu kontaktieren. Zu den Farben muss ich erwähnen, dass ich hier die Tupper Strategie noch nicht vollständig durchschaut habe, denn die Produktfarben wechseln jeden Monat und man weiß vorher nicht, welche Farbe man schlussendlich bekommt. Das führt dazu, dass bei jeder Party mindestens eine, irgendeinen Deckel mitbringt und diesen gerne tauschen möchte. Kein Witz.

Nach dem Wünschebuch war aber immer noch nicht Schluss. Denn dann wurde der neue Flyer mit den neuen Prämien verteilt. Ich muss erwähnen, dass sich vorher alle einig waren, dass die nächste Party erst nach dem Sommer stattfinden sollte, weil mittlerweile die Schränke voll und die Portmonees leer sind. Aber psychologisch zum besten Zeitpunkt kam dann dieser Flyer und was soll ich sagen, alle waren begeistert (Kartoffel- und Zwiebelbehältnisse von Tupper, was will Frau mehr) und alle zweifelten sofort, ob die Entscheidung richtig war. Sollen wir nicht doch noch eine Party vorm Sommer machen? Ich dachte nur, oh man, da hat sich Tupper aber eine super Strategie ausgedacht, (viele, schnell wechselnde Produkte, die nur im Angebotszeitraum bestellt werden können). Aber zu meinem Ernstauen blieben alle standhaft, allerdings nicht ohne Hintertürchen, dass man sich womöglich doch noch zu einer Spontan-Party hinreißen lassen könnte. Dann war es aber wirklich geschafft, alle gaben ihre Bestellzettel ab und es wurde gerechnet und offiziell verkündet, ein Umsatz vom 297,95€. Das bedeutete wiederum, dass die Gastgeberin 10 Sterne bekam und einen 10 € Rabatt auf ein Produkt ihrer erhielt. Somit musste sie mehr ausgeben, als sie wollte, denn es gab kein 10 € Produkt. Ganz ehrlich, ich bin ja wirklich pfiffig was Angebote kombinieren angeht, aber das Tupper-System ist der Hammer. Denn was ich vergessen hatte zu erwähnen, wenn man über 50 € bestellt, konnte man ein Sieb für 7 € dazu kaufen, hatte ich aber auch erst am Ende mitbekommen. An jeder Stelle wird ein Anreiz gesetzt mehr zu kaufen als man eigentlich möchte. Ich selber bin aber natürlich hart geblieben und habe nur eine Prima Klima Box und für einen Freund ein Käsebehältnis bestellt. Von Prima Klima bin ich übrigens sehr angetan, wir haben eine Zucchini 3 Wochen lang aufbewahren können und sie war immer noch wie frisch gekauft.

Aber zurück zum Thema: Als die Frau Domian ihre sieben Sachen packte und ging begann der Tupper-Aftertalk. Es wurde wieder Sektchen aufgefüllt und geplaudert. Mir wurde dann die atemberaubende Rettich- Girlanden -Maschine vorgeführt. Es gibt ein Tupper-Produkt, das nun wirklich keiner wirklich braucht, mit dem man in einer Drehbewegung eine Gemüsegirlande herstellen kann. Mir wurde das anhand eines ausgewachsenen Rettichs vorgeführt, was soll ich sagen, es misslang, aber das mag auch einfach am Alkohol gelegen haben.

Zusammengefasst war es ein toller Abend mit gutem Essen, netter Unterhaltung und interessanten Erkenntnissen. Einige sind bestimmt am nächsten Tag aufgewacht und haben sich gedacht: Oh man, was habe ich da nur wieder alles gekauft.

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+