Kleine Waldgeschichten – Der Wald

4 Jahre alt von in Kleine Waldgeschichten Tags: , , , , ,

Nach langer Durst­strecke melde ich mich mit einem für mich etwas ungewöhn­lichen Blog­beitrag zurück. Aber lest selbst.

Ich habe vor einiger Zeit ein Projekt ins Leben gerufen, da ich mehr durch Zufall drei Tier­charak­tere „erfunden“ habe. Unter dem Titel „Kleine Waldgeschichten“ möchte ich euch heute das erste Einführungs-Kapitel präsen­tieren. Die Illus­tra­tionen wurden von Chris­tian Wischnewski ange­fer­tigt.

Der Wald

In einem Wald ganz in der Nähe, passiert mehr als du denkst. Mitten im Wald auf einer kleinen Lich­tung  hat sich eine Tierge­mein­schaft von verschieden­sten Tieren zusammen gefunden. Beson­ders zu erwähnen sind hier drei Tiere, die sich durch die Suche nach Ruhe in diesem Wald kennen­gel­ernt haben. Alle drei haben eines gemeinsam, sie wollen nach einem beschw­er­lichen Leben in der Innen­stadt ihren Lebens­abend in dieser beschaulichen Idylle genießen. Mittler­weile sind sie unzertrennlich und erleben so einige Aben­teuer. Mit ihnen leben viele weitere Tiere, die auch das Rent­ner­leben genießen und ebenso aus den Städten geflüchtet sind. Einige von ihnen sind aus dem Zoo wegen guter Führung entlassen worden oder waren das anstren­gende Leben in der menschlichen Stadt einfach satt. Außerdem gibt es auch Flüchtlinge, die aus Zoos oder Zirkusse geflohen sind und nun Zuflucht in der Waldge­meind­schaft suchen.

Theo ist ein Buntspecht, der sein halbes Leben auf einer Greifvo­gel­farm lebte und dort den Lück­en­büßer spielen musste. Geboren wurde er in einem Wald ganz in der Nähe. Als er fast flügge war, wurde er von einem Bussard ergriffen und von ihm zur Greifvo­gel­farm verschleppt. Dort wurde Theo kurz vor seinem sicheren Tod von einem Greifvo­gel­wärter gerettet, versorgt und aufgepep­pelt. Er war seinem Retter so dankbar, dass er einen Job in der Greifvo­gelschule übernahm und zwis­chen den verschiedenen Shows seine Baumk­lopftechnik präsen­tierte. Er war ein großer Meister der Baumk­lopfkunst. Außerdem hält Theo den Buntspechtwel­trekord im schnel­lk­lopfen. Ein normaler Specht schafft ca. 20 Schläge pro Sekunde, Theo schaffte jedoch 40 Schläge. Dieses körper­lich extrem anstren­gende Leben hinter­ließ große Spuren in seiner Gesund­heit von. Sein Schn­abel wurde brüchig und er wurde seinem Job als Baumk­lopfvir­tu­oser nicht mehr gerecht. Daher wurde er mit sofor­tiger Wirkung aus der Greifvo­gelschule entlassen und musste sich ein neues zu Hause suchen. Da er von dem wilden Wald gehört hatte, machte er sich auf den Weg zur besagten Lich­tung. Der geleis­tete Leis­tungss­port schränkt Theo ein wenig ein, er kann das Baumk­lopfen nicht mehr ausüben. Daher hat er sich einen Kasset­ten­recorder zugelegt und spielt seine alten Baumk­lopftriümpfe einfach vom Band ab.

Ralf ist ein Erdmän­nchen, der sein gesamtes Leben im Zoo verbrachte. Ralf erkannte schon früh seine Leiden­schaft zum Motor­sport und wurde deshalb fortan nur noch Ralle genannt. Er wuchs glück­lich in Gefan­gen­schaft eines Zoos auf. Er und seine Fami­lien­mit­glieder hatten ein großes Freige­hege. Diesen Bereich teilte sich die Familie allerd­ings noch mit drei weit­eren Fami­lien. Manchmal konnte man annehmen, dass dort mafi­aähn­liche Verhält­nisse herrschten, da der Futterneid schon sehr groß war und die dicken Fami­lien immer im Vorteil waren. Anson­sten hatte Ralle ein sehr unbeschw­ertes Leben, abseits der Real­ität eines wilden Erdmän­nchens. Dies führte dazu, dass er im Laufe der Jahre immer träger wurde und ein wenig an Agilität verlor. Daher war die Schließung des Zoos, verur­sacht durch den in der Geschichte einma­ligen Ausbruch von ca. 48 Affen des Affen­hauses und die Auswilderung Ralles in die Frei­heit, ein Weckruf für ihn. Er wurde von seinem langjährigen Betreuer unter Tränen in die Frei­heit entlassen und lernte dort seine nun besten Freunde Theo und George kennen.

George ist eine Eule oder um es genauer zu formulieren ein Wald­kauz. Er ist eben­falls nicht in der Wildnis aufgewachsen, da er gezüchtet wurde, um einen Flughafen von Vögeln und Klein­nagern zu befreien. George wuchs also in einer kleinen Eulen­farm am Waldrand auf und wurde relativ früh an den großen Flughafen abgegeben. Dort bestand seine Aufgabe zusammen mit anderen Greifvögeln, Vögel und kleine Nagetiere vom Flughafen fern zu halten. Diese Aufgabe machte George großen Spaß, obwohl er wenig Freizeit hatte und auch keine richtigen Freunde hatte, da er immer nur mit seinen Kollegen zusammen war. Durch die Steigerung der Nacht­flüge wurde George meist abends oder nachts einge­setzt, da er als Eule im Dunkeln gut sehen kann. Im Laufe der Zeit wurde er allerd­ings ein wenig dement und dachte er wäre eine Fled­er­maus. Am Anfang bekam es kaum einer mit, als er aber dann anfing kleine Insekten in der Luft jagte und mit dem Kopf nach unten am Baum hing, wurde er fristlos entlassen. Er wurde in einen benach­barten Wald ausge­setzt und wurde dann in die tolle Gemeinde der Wald­be­wohner aufgenommen.

Wollt ihr mehr lesen? Und erfahren welche Aben­teuer die drei noch so erleben?

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • Caro

    Ich bin gestern beim Stöbern nach Waldgeschichten für meinen Deutschunter­richt auf diese Seite gestoßen.Mir hat der Anfang der Geschichte schon sehr gut gefallen…ich musste ziem­lich lachen.
    Ich habe die drei heute meiner Klasse vorgestellt und die Geschichte als Schreiban­lass gegeben. Es entstanden viele schöne Aben­teuer der drei verrückten Waldtiere.
    Gibt es hier denn noch Fort­set­zungen? Denn diese würden den Viertk­lässlern sicher gefallen. Beson­ders das Erdmän­nchen mit dem Auto hat es ihnen übrigens angetan.
    Vielen Dank und liebe Grüße

    • elschy

      Hallo Caro,

      das freut mich aber sehr!!!! Erst jetzt habe ich deinen Kommentar gelesen. Das Waldgeschichten Projekt ist leider etwas in den Hinter­grund geraten, aber du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue, dass du meine Geschichte zum Schreiban­lass für deine Schüler genommen hast!

      Ja es gibt schon weitere Ideen und nach so einem netten Feed­back muss ich da wohl mal wieder ran!! Also ich werde berichten, wie es weiter geht!!