Die Brennnessel als Schädlingsbekämpfer und Dünger

7 Jahre alt von in Test Berichte, Tiere und Natur Tags: , , , , , ,

Wer kennt das nicht. Eines Tages muss man feststellen, dass die Pflanzen Untermieter beherbergen. Aber wie verjagt man die Blattläuse auf biologische Art nun am besten? Denn Blattläuse sind gefräßige Tierchen, die mancher Gartenpflanze den Garaus machen können.
Nach etwas Recherche kam heraus, dass die gute, alte Brennnessel ein perfekter Schädlingsbekämpfer ist. Gleichzeitig kann der Brennnesselsud auch als Dünger benutzt werden. Nach Anfragen bei Twitter möchte ich heute eine kleine Anleitung zur Brennnesselsud-Produktion präsentieren.
Zuerst müssen ca. 1 kg Brennnesseln (am besten vor der Blüte) gesammelt werden. (wenn man ca. 10 Liter Sud ansetzen möchte, sonst natürlich proportional weniger)

Beim Sammeln wurde ich von den Münsteraner Kaninchen begrüßt und streng beäugt, dass ich ihnen auch ja nichts wegnehme.Damit keine bösen Kommentare kommen, Kaninchen gehören natürlich nicht den Sud!

Wenn die Brennnessel nun gepflückt wurden, schnell nach Hause. Ich habe etwa 0,4 kg gesammelt, brauche also ca. 4 Liter Wasser.

Nun klein schneiden, in ein großes Gefäß geben und mit kaltem Wasser übergießen (am besten Regenwasser, da sonst der Kalk des Leitungswassers die Pflanzen schädigen kann). Den Behälter anschließend in die Sonne stellen, ratsam im Freien, da das ganze zu riechen anfängt.
Nach ca. 12 bis 24 Stunden (aber nicht länger) ist der biologische Blattlausvernichter fertig. Man erkennt dies daran, dass sich Bläschen (Gase) bilden.
Jetzt noch unverdünnt auf die befallenden Pfanzen aufsprühen.
Man sollte die Pflanzen ca. 2 Tage jeweils 2 mal am Tag besprühen. Nach einer Woche sollte man das Ganze nochmal wiederholen, da die Blattlauseier nicht abgetötet werden.

Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Blattläuse waren nach schon zwei Behandlungen sehr dezimiert.

Zum Glück ziehen große Blattlaus-Kolonien aber auch Marienkäfer und ihre Larven magisch an. Diese vertilgen die Plagegeister binnen Tagen vollständig. Um ein wenig nachzuhelfen, kann man auch ein Marienkäferhotel aufstellen. Es beherbergt neben Marienkäfern auch Schlupfwespen (der natürliche Feind der Motte) und solitär lebende Bienen und Wespen. Für den Kauf eines solchen Hotels empfehle ich die Seite von Vivara.

– UPDATE – Der erste Bewohner ist nun eingezogen. Eine Schlupfwespe.
Nach 2 Monaten ist das Hotel schon gut bewohnt. Die fleißigen Schlupfwespen haben 10 Löcher für die Brut zugemacht.
Wenn auch Dünger hergestellt werden soll, sollte der Sud täglich umgerührt werden. Nach ca. 2-3 Wochen, wenn sich kein Schaum mehr bildet, ist die Gärung abgeschlossen und der Dünger kann verwendet werden.

Gerade beim Dünger muss das Mischverhältniss von 1:10, besser 1:20 mit Wasser eingehalten werden, damit die Pflanzen durch den Sud nicht „verbrennen“ und nur den Boden gießen, nicht die Pflanze besprühen. Alle 1-2 Wochen zu verwenden. Für Zimmer- und Balkonpflanzen und das Gartenbeet geeignet.

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • konny

    sehr interessanter bericht! vertreibt der geruch des brennesselsudes aber nicht auch die marienkäfer? lg – konny

    • elschy

      Hallo Konny,

      nach 24 oder 48 Stunden ist der Geruch noch nicht so schlimm. Wenn du den Sud allerdings 2 bis 3 Wochen ansetzt, um ihn als Dünger zu nutzen, kann der Geruch recht aggressiv sein. 😉