Die Brennnessel als Schädlingsbekämpfer und Dünger

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Wer kennt das nicht. Eines Tages muss man fest­stellen, dass die Pflanzen Unter­mi­eter beherbergen. Aber wie verjagt man die Blat­tläuse auf biol­o­gische Art nun am besten? Denn Blat­tläuse sind gefräßige Tierchen, die mancher Gartenpflanze den Garaus machen können.
Nach etwas Recherche kam heraus, dass die gute, alte Brennnessel ein perfekter Schädlings­bekämpfer ist. Gleichzeitig kann der Brennnes­selsud auch als Dünger benutzt werden. Nach Anfragen bei Twitter möchte ich heute eine kleine Anleitung zur Brennnesselsud-Produktion präsen­tieren.
Zuerst müssen ca. 1 kg Brennnes­seln (am besten vor der Blüte) gesammelt werden. (wenn man ca. 10 Liter Sud ansetzen möchte, sonst natür­lich propor­tional weniger)

Beim Sammeln wurde ich von den Münster­aner Kaninchen begrüßt und streng beäugt, dass ich ihnen auch ja nichts wegnehme.Damit keine bösen Kommentare kommen, Kaninchen gehören natür­lich nicht den Sud!

Wenn die Brennnessel nun gepflückt wurden, schnell nach Hause. Ich habe etwa 0,4 kg gesam­melt, brauche also ca. 4 Liter Wasser.

Nun klein schneiden, in ein großes Gefäß geben und mit kaltem Wasser übergießen (am besten Regen­wasser, da sonst der Kalk des Leitungswassers die Pflanzen schädigen kann). Den Behälter anschließend in die Sonne stellen, ratsam im Freien, da das ganze zu riechen anfängt.
Nach ca. 12 bis 24 Stunden (aber nicht länger) ist der biol­o­gische Blat­t­lausver­nichter fertig. Man erkennt dies daran, dass sich Bläschen (Gase) bilden.
Jetzt noch unverdünnt auf die befal­l­enden Pfanzen aufsprühen.
Man sollte die Pflanzen ca. 2 Tage jeweils 2 mal am Tag besprühen. Nach einer Woche sollte man das Ganze nochmal wieder­holen, da die Blat­t­lau­seier nicht abgetötet werden.

Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Blat­tläuse waren nach schon zwei Behand­lungen sehr dezimiert.

Zum Glück ziehen große Blattlaus-Kolonien aber auch Marienkäfer und ihre Larven magisch an. Diese vertilgen die Plagegeister binnen Tagen voll­ständig. Um ein wenig nachzuhelfen, kann man auch ein Marienkäfer­hotel aufstellen. Es beherbergt neben Marienkäfern auch Schlupfwe­spen (der natür­liche Feind der Motte) und solitär lebende Bienen und Wespen. Für den Kauf eines solchen Hotels empfehle ich die Seite von Vivara.

- UPDATE - Der erste Bewohner ist nun einge­zogen. Eine Schlupfwespe.
Nach 2 Monaten ist das Hotel schon gut bewohnt. Die fleißigen Schlupfwe­spen haben 10 Löcher für die Brut zugemacht.
Wenn auch Dünger hergestellt werden soll, sollte der Sud täglich umgerührt werden. Nach ca. 2-3 Wochen, wenn sich kein Schaum mehr bildet, ist die Gärung abgeschlossen und der Dünger kann verwendet werden.

Gerade beim Dünger muss das Mischver­hält­niss von 1:10, besser 1:20 mit Wasser einge­halten werden, damit die Pflanzen durch den Sud nicht “verbrennen” und nur den Boden gießen, nicht die Pflanze besprühen. Alle 1-2 Wochen zu verwenden. Für Zimmer- und Balkonpflanzen und das Garten­beet geeignet.

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