Technikkram Teil 1: Flip MinoHD

2 Jahre alt von in Test Berichte Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Nach drei­monatiger Test­phase möchte ich nun von meinen Erfahrungen mit der Flip MinoHD berichten. Leider hat Cisco letzte Woche bekan­nt­gegeben das Projekt Flip einzustellen (Link). Als ich letztes Jahr erfuhr, dass Flip zu Cisco gehört habe ich mich eh schon gefragt: Warum der Netzw­erkaus­rüster Flip überhaupt für 590 Millionen $ im Jahr 2009 übernommen hat, da dies ein Privatan­wen­der­pro­dukt und kein Busi­ness­gerät ist. Diese Zweifel wurden anscheinend nun auch bei Cisco kritisch hinter­fragt und führten leider zum Aus. Vielle­icht findet sich ja jemand, der diese Plat­tform übernehmen wird. Nichts­destotrotz möchte ich heute von meinen Erfahrungen mit der Cisco Flip MinoHD berichten, da ich von diesem Gerät überzeugt bin und ich es bedauere, dass diese Plat­tform nicht weit­er­en­twickelt wird.

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Die Kamera ist klein (124 x 51 x 70 mm), liegt sehr gut in der Hand und ist mit 104 Gramm wirk­lich leicht. Aus diesem Grund passt die Kamera prob­lemlos in alle Hosen­taschen. Das schwarze, glänzende Plastik auf der Vorder­seite sieht edel aus, spiegelt aber leicht in der Sonne. Finger­ab­drücke sind glück­licher­weise nicht gut zu erkennen, so dass die Kamera nicht chro­nisch schmutzig aussieht. Obwohl eine Betrieb­san­leitung beiliegt ist diese nicht wirk­lich nötig, da alle Bedi­en­möglichkeiten intu­itiv sind. Für Bedi­enungsan­leitungsmuffel ist die Kamera perfekt, denn jede Flip ist nach dem Auspacken sofort startklar: auspacken, einschalten, den roten Knopf drücken und den ersten Film drehen (keine Einstel­lungen nötig). Leider ist die Linse etwas nach außen gewölbt und somit Stößen und Gegen­ständen schut­zlos ausgeliefert, daher sollte die mitgelieferte Schutzhülle ein treuer Begleiter sein.

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Das Display ist 2 Zoll (5 cm (diag­onal); 320 x 240 Pixel) groß und ist für Aufnahmen ausre­ichend. Natür­lich sind keine Details zu erkennen, aber man sollte immer beachten, umso größer die Displays, desto größer der Energie­ver­brauch. Der Speicher­platz vari­iert zwis­chen 4 GB oder 8 GB und ist nur eine Frage des Geld­beu­tels. Dieser Speicher ist inte­griert und kann leider nicht erweitert oder gewech­selt werden. Ich persön­lich hätte mich über eine SD-Kartenunterstützung gefreut. Nach kurzer Überlegung habe ich mich schließlich für die kleinere 4 GB Vari­ante entsch­ieden, da mir 1 Stunde Aufnah­mezeit genügt. Mit der größeren 8 GB Vari­ante könnte man 2 Stunden aufnehmen.

Es gibt nur zwei echte Tasten. Eine an der rechten Seite um das Gerät einzuschalten und eine in der Mitte der Ober­seite, um die Aufnahme zu starten und zu beenden. Des weit­eren befinden sich 6 berührungsempfind­liche Tasten auf der MinoHD für die Sofortwieder­gabe, Pause, schnellen Vorlauf/Rücklauf, Zoom und Löschen. Die Einstel­lungsmöglichkeiten sind bewusst reduziert worden und bleiben somit einfach und übersichtlich.

Die Bildau­flö­sung kann nicht geän­dert werden, so dass immer in 720p (Auflö­sung 1280 × 720 bei 50 Bildern pro Sekunde, 16:9-Breitformat) aufgenommen wird. Für mich hätte eine manuelle Umstellmöglichkeit nur einen Vorteil bei Aufnahmen mit weniger Licht gebracht, da Aufnahmen in 720p mehr Licht benötigten, um vernün­ftige Bilder zu liefern. Mein Erfahrungen sagen aber, dass die Flip MinoHD sogar etwas weniger Licht braucht, wie vergle­ich­bare Modelle. Außerdem wird noch mit einem Bild­sta­bil­isator geworben, der verwack­elte Bilder verhin­dern soll. Meine Erfahrungen sind dies­bezüglich durchaus positiv, denn kleinere Bewe­gungen mit der Hand werden wirk­lich gut ausgeglichen. Erwähnt werden muss, dass diese Kamera leider keine Fotos machen kann und der Digi­tal­zoom wie bei fast allen Kameras leider eher unbrauchbar ist, da der Zoom die Aufnah­me­qual­ität verschlechtert.

Das Aufladen des inte­gri­erten und nicht austauschbaren Akkus und die Übertra­gung der Videos auf den Rechner erfolgt durch den  inte­gri­erten ausklapp­baren USB-Arm (Schalter an der linken Seite der Kamera). Leider ist die Strom und Datenüber­tra­gung nur darüber möglich. Nach einigen Tests kann ich sagen, dass die angegebene Akku­laufzeit von 1,5 Stunden sogar noch etwas übertroffen wird. Die Akku­ladezeit ist mit knapp 4 Stunden leider etwas zu lang und der Computer die ganze Zeit an sein muss. Das Anschauen der Videos ist wegen des kleinen Bild­schirms weniger zu empfehlen. Die Kamera besitzt sogar einen kleinen Laut­sprecher, der den aufgenommen Ton am Gerät  abge­spielt. Es sollte aber jedem klar sein, dass dieser den Ton nur rudi­mentär ohne jegliches Klangvergnügen wiedergibt.

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Durch diesen USB Arm kann es bei normalen Computern zu Prob­lemen mit der Verbindung kommen, da die USB Ports nicht wie bei Laptops in Boden­nähe sind. Cisco bietet zwar ein USB-Verlängerungskabel an, das aber extra gekauft werden muss. Bei mir muss der Locher zweck­ent­fremdet werden, damit ich die Flip an meinen iMac anschließen kann. Hier hätte man sicher­lich eine bessere und elegan­tere Lösung finden können. Mich stört ebenso, dass die Kamera nicht mal eben an der Steck­dose geladen werden kann. Hierzu wird immer ein Computer notwendig. Bildlich sieht meine Konstruk­tion so aus:

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An der Unter­seite der Kamera gibt es noch die Möglichkeit ein Stativ (1/4 Zoll) aufzuschrauben, um wack­el­freie Videos zu drehen und eine Mini HDMI Schnittstelle, so dass die Kamera direkt an den Fernseher angeschlossen werden kann und die Videos somit ohne Computer angeschaut werden können.

Ein weit­eres Plus ist die Soft­ware Flip Share. Diese Soft­ware ist für Windows und Mac kostenlos erhältlich. Hier können alle Videos einfach organ­isiert und archiviert werden und per Drag and Drop in Ordner verschoben werden. Da diese Kamera keine Fotos schießen kann wurde diese Funk­tion in Flip Share inte­griert. Hier können Standbild-Schnappschüsse aus den Videos entnommen werden. Auch hier wurde die Bedi­enung sehr einfach gehalten. Auch der Export der Videos direkt zu Face­book, Youtube und Twitter ist schnell und einfach möglich. Die Aufnahme der Videos erfolgt im MP4-Format und kann daher ohne nerviges Umwan­deln direkt per Drag & Drop in iTunes, iMovie oder iPhoto einge­fügt werden. Mit dieser Soft­ware können die einzelnen Videos gekürzt werden und auch Texte vor und nachher einge­fügt werden. Diese Funk­tion ist zwar eher rudi­mentär, aber für kurze Beschrei­bungen völlig ausre­ichend.

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[yellow_box]Fazit: Die Flip MinoHD ist eine kleine und leichte Kamera. Durch ihre einfache Bedi­enung und wenigen Einstel­lungsmöglichkeiten ist sie sehr gut für Hobby- und Spaß­filmer geeignet. Die Kamera passt in jede Hosen­tasche, so dass sie bei jeder Gele­gen­heit immer dabei ist. Die Bedi­enung ist intu­itiv ohne lästiges Einlesen in das Benutzer­hand­buch möglich. Die Akku­laufzeit ist mit knapp 2 Stunden eher durch­schnit­tlich, aber für diese Größe noch im grünen Bereich. Die Videos der Kamera haben eine (für dieses Preis­seg­ment) sehr gute Bild und Ton Qual­ität und sind somit für das Hochladen bei den bekan­nten Dien­sten (YouTube, Vimeo, Face­book) prädes­tiniert. Mit dem ausgegebenen mp4 Format sind alle Videos ohne Umwan­deln direkt mit Apple-Software (iTunes, iMovie, iPhoto) kompat­ibel. Mit der Soft­ware Flip Share können die Videos organ­isiert, archiviert und direkt in die sozialen Netzw­erke publiziert werden. Auch eine  einfache Bear­beitung der Videos ist möglich. Leider ist nun nicht wirk­lich klar wie es mit der Plat­tform Flip weit­ergeht, daher sollte dies beim Kauf mit beachtet werden.[/yellow_box]

Hier nun 2 Videos, die mit der Flip MiniHD aufgenommen wurden.

Das erste Video wurde im Januar draußen aufgenommen und mit iMovie auf dem iMac bear­beitet.

Das zweite Video wurde in einer Halle während eines Konz­ertes (sehr laut) mit ständig wech­sel­nden Lichtver­hält­nissen gedreht. Das Video wurde nur mit Flip Share etwas geschnitten (getrimmt) und anson­sten nicht bear­beitet. Ich bin von der Bild- und Tonqual­ität positiv überrascht, da mein iPhone den Ton übers­teuert hat.

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+