Nach langer Sommerpause melde ich mich offiziell im Blog zurück!
Ich war im Sommer zu einer Hochzeit eingeladen. Man zögert es ja immer gerne hinaus, aber die Frage nach einem Geschenk holt einen dann doch irgendwann ein und führt je mehr Zeit verstreicht zu kleinen Panikattacken. Nach einem netten Gespräch mit der Trauzeugin wurde mir die hoheitliche Aufgabe eines Gästebuches übertragen. Dieses Buch sollte neben den obligatorischen Einträgen auch eine visuelle Unterstützung mit Hilfe von Bildern der Gäste erhalten. Somit habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, vor Ort Bilder auszudrucken und einzukleben. Jetzt kann man mich fragen, warum gehst du nicht zum nächsten Laden, denn mittlerweile gibt es fast in jedem Drogeriemarkt einen Automaten zum Direktausdruck. Leider war diese Feier tief in der Uckermark und der nächste Laden mehrere Autominuten entfernt. Somit habe ich nach einem portablen Drucker (ich wollte nicht meinen HP Drucker mitnehmen) gesucht. Meine erste Idee war das gute alte Polaroid System. Dabei musste ich schnell feststellen, dass man ca. 2 Euro pro Ausdruck zahlt. Bei über 40 Bildern, wären das somit über 80 Euro gewesen und das war mir zu teuer. Bei meiner Suche stieß ich jedoch des Öfteren auch auf den “neuen” Polaroid Drucker PoGo. Hier kostet ein Bild nur ca. 15 Cent im Einkauf (bei Amazon werden 100 Bilder angeboten, der 30er und 70er Pack sind etwas teurer). Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es sich nicht um ein normales Bildformat handelt, sondern um rahmenlose 5 cm x 7,5 cm große Farbbilder. Also eher Sticker Format.
Schnell bei Amazon bestellt und ohne Test direkt mit auf die Reise genommen. Die erste Hürde wurde direkt in meiner Tasche genommen. Das Gerät ohne Stecker (der wiegt leider noch mal das selbe) wiegt nur 225 g und hat die Ausmaße 12 cm x 7 cm. Im Lieferumfang findet man einen Adapter für die deutsche Steckdose, da dieses Modell wohl nie für den deutschen Markt gedacht war, es wird entweder mit einem britischen oder amerikanischen Stromstecker geliefert. Aus Zeitgründen gab es keine Generalprobe und das Gerät musste direkt auf der Hochzeit unter Zeitdruck alles geben.
Am Ziel angekommen habe ich ganz neugierig meine Casio Kamera via USB mit dem PoGo verbunden. Die Casio erkennt den Drucker sofort und wechselt in ein Druckmenü. Am Drucker selber muss man also nichts mehr einstellen. Am Gerät gibt es nur zwei 2 Kontroll-LED-Leuchten. Die Eine zeigt den Akkufüllstand an und die andere die Druckbereitschaft. Somit ist das Gerät sehr bedienerfreundlich. Nach einem Probeausdruck, sendete ich nun die 48 Gästebuchbilder von meiner Kamera an den Drucker. Und was soll ich sagen, Perfekt! Der Drucker absolvierte seinen Job ohne Probleme. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass man immer nach 10 Bildern einen neuen 10er Pack Bilder einlegen muss (mehr passen nicht in den Schaft). Außerdem sollte man das blaue kartonartige Papp Bild immer mit einlegen (wichtig blaues Papp Bild nach unten!). Dieses wird dann jedes Mal ohne Druck wieder automatisch zur Kalibrierung ausgegeben. An dieser Stelle muss man erwähnen, dass der PoGo Drucker kein gewöhnlicher Tinten- oder Laserdrucker ist und daher zwingend das original Polaroid PoGo ZINK Photo Paper benötigt. Die Zero Ink Printing Technology (ZINK) nutzt nämlich keine Tinte! Dank der gelben, purpurroten und blaugrünen Farbstoffkristalle erscheint mit Zugabe von Hitze Farbe wie von Zauberhand auf dem Papier. Dabei enthält ein Bild ca. 100 Milliarden Kristalle. Wichtig, das Photo Papier darf vorher nicht geknickt werden, da ansonsten die Kristalle vor dem Druck schon beschädigt werden können und die Fotos nicht wie gewünscht ausgedruckt werden. Man sollte sich nicht wundern, dass einige Bilder nach dem Druck wellen schlagen. Dies entsteht durch die Wärme beim Druckprozess. Durch das Ein- oder Aufkleben sieht man später aber nichts mehr von diesem Effekt.
Ein zusätzliches tolles Feature ist, dass die Bilder zeitgleich auch Aufkleber sind und direkt irgendwo eingelebt werden können. Diese Möglichkeit hat mir besonders gut gefallen, da ich in wenigen Minuten alle Bilder in das Gästebuch einkleben musste. Alle 48 Bilder waren in bester Polaroid Qualität. Sicher man darf keinen spitzen Ausdruck erwarten, aber diese kleinen Bildfehler und der leichte Blaustich sind ja auch aus künstlerischer Sicht sehr interessant. Der wieder aufladbare Akku ist leider ein schlechter Witz, bei mir reichte der volle Akku gerade mal für 10 Bilder, was für einen Party Gag auch schon recht wenig ist und der Akku kann den Strom leider nur kurz speichern. Man sollte also nicht meinen “heute aufladen und in einem Monat drucken”. Das ist leider nicht möglich. Hier wurde anscheinend gespart. Aber egal, man sollte nur wissen, dass man am Besten in der Nähe einer Steckdose drucken sollte. Sogar tief, tief in der Uckermark habe ich etwas Strom gefunden, daher sollte das eigentlich heutzutage kein Problem mehr darstellen. Dafür kann man den Akku aber auch innerhalb von wenigen Minuten voll aufladen, bringt einem nur leider recht wenig.
Die Druckgeschwindigkeit variiert ein wenig. Normalerweise braucht ein Bild ca. 1 Minute für den Druck, jedoch benötigt der Drucker auch etwas Zeit um auf Temperatur zu kommen. Nach einigen aufeinanderfolgenden Bildern habe ich bemerkt, dass der Drucker eine längere Abkühlphase von ca. 2 Minuten einlegt. Ich konnte aber kein Muster erkennen, wann genau diese Phase eintritt. Man sollte sich jedoch nicht wundern und nicht “just in time” drucken, da man unverhofft schon mal 2 Minuten warten muss. Die Druckqualität schwankt ebenfalls ein wenig, aber das war bei den alten Polaroid Fotos ja nicht anders. Hin und wieder bekommt ein Foto Streifen, wenn man das überhaupt nicht wünscht, muss man eben noch mal ausdrucken.
Ein weiteres tolles Feature ist die Bluetoothverbindungsmöglichkeit. Man kann jedes Bluetooth fähige Gerät (vornehmlich wahrscheinlich Handys) mit dem PoGo verbinden. Als iPhone Besitzer wird das jedoch etwas kompliziert, da Apple diese Bluetooth-Funktion leider gesperrt hat. Über den Umweg des Jailbreakes und diverser Apps aus dem Cydia Store kann man diese Funktion allerdings freischalten. Im unten eingebetteten Video sieht man wie schnell man sich mit einem Handy (hier via Android 2.3.3) mit dem Drucker verbinden kann und direkt ein Foto ausdrucken kann. Um die Geräte miteinander zu verbinden muss man noch den Bluetooth Code vom PoGo Drucker eingeben. Dieser ist standardmäßig auf “6000″ eingestellt. Alles in allem schafft man somit einen Ausdruck unter 2 Minuten.
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