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Technikkram Teil 4: Polaroid PoGo

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Nach langer Sommer­pause melde ich mich offiziell im Blog zurück!

Ich war im Sommer zu einer Hochzeit einge­laden. Man zögert es ja immer gerne hinaus, aber die Frage nach einem Geschenk holt einen dann doch irgend­wann ein und führt je mehr Zeit verstre­icht zu kleinen Panikat­tacken. Nach einem netten Gespräch mit der Trauzeugin wurde mir die hoheitliche Aufgabe eines Gäste­buches übertragen. Dieses Buch sollte neben den oblig­a­torischen Einträgen auch eine visuelle Unter­stützung mit Hilfe von Bildern der Gäste erhalten. Somit habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, vor Ort Bilder auszu­drucken und einzuk­leben. Jetzt kann man mich fragen, warum gehst du nicht zum näch­sten Laden, denn mittler­weile gibt es fast in jedem Drogeriemarkt einen Auto­maten zum Direk­taus­druck. Leider war diese Feier tief in der Ucker­mark und der nächste Laden mehrere Autominuten entfernt. Somit habe ich nach einem portablen Drucker (ich wollte nicht meinen HP Drucker mitnehmen) gesucht. Meine erste Idee war das gute alte Polaroid System. Dabei musste ich schnell fest­stellen, dass man ca. 2 Euro pro Ausdruck zahlt. Bei über 40 Bildern, wären das somit über 80 Euro gewesen und das war mir zu teuer. Bei meiner Suche stieß ich jedoch des Öfteren auch auf den “neuen” Polaroid Drucker PoGo. Hier kostet ein Bild nur ca. 15 Cent im Einkauf (bei Amazon werden 100 Bilder ange­boten, der 30er und 70er Pack sind etwas teurer). Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es sich nicht um ein normales Bild­format handelt, sondern um rahmen­lose 5 cm x 7,5 cm große Farb­bilder. Also eher Sticker Format.

Schnell bei Amazon bestellt und ohne Test direkt mit auf die Reise genommen. Die erste Hürde wurde direkt in meiner Tasche genommen. Das Gerät ohne Stecker (der wiegt leider noch mal das selbe) wiegt nur 225 g und hat die Ausmaße 12 cm x 7 cm. Im Liefer­um­fang findet man einen Adapter für die deutsche Steck­dose, da dieses Modell wohl nie für den deutschen Markt gedacht war, es wird entweder mit einem britis­chen oder amerikanis­chen Strom­stecker geliefert. Aus Zeit­gründen gab es keine Gener­al­probe und das Gerät musste direkt auf der Hochzeit unter Zeit­druck alles geben.

Am Ziel angekommen habe ich ganz neugierig meine Casio Kamera via USB mit dem PoGo verbunden. Die Casio erkennt den Drucker sofort und wech­selt in ein Druck­menü. Am Drucker selber muss man also nichts mehr einstellen. Am Gerät gibt es nur zwei 2 Kontroll-LED-Leuchten. Die Eine zeigt den Akkufüll­stand an und die andere die Druck­bere­itschaft. Somit ist das Gerät sehr bedi­ener­fre­undlich. Nach einem Probeaus­druck, sendete ich nun die 48 Gäste­buch­bilder von meiner Kamera an den Drucker. Und was soll ich sagen, Perfekt! Der Drucker absolvierte seinen Job ohne Prob­leme. Ein kleiner Wermut­stropfen ist, dass man immer nach 10 Bildern einen neuen 10er Pack Bilder einlegen muss (mehr passen nicht in den Schaft). Außerdem sollte man das blaue kartonar­tige Papp Bild immer mit einlegen (wichtig blaues Papp Bild nach unten!). Dieses wird dann jedes Mal ohne Druck wieder automa­tisch zur Kalib­rierung ausgegeben. An dieser Stelle muss man erwähnen, dass der PoGo Drucker kein gewöhn­licher Tinten- oder Laser­drucker ist und daher zwin­gend das orig­inal Polaroid PoGo ZINK Photo Paper benötigt. Die Zero Ink Printing Tech­nology (ZINK) nutzt nämlich keine Tinte! Dank der gelben, purpurroten und blau­grünen Farb­stof­fkristalle erscheint mit Zugabe von Hitze Farbe wie von Zauber­hand auf dem Papier. Dabei enthält ein Bild ca. 100 Milliarden Kristalle. Wichtig, das Photo Papier darf vorher nicht geknickt werden, da anson­sten die Kristalle vor dem Druck schon beschädigt werden können und die Fotos nicht wie gewün­scht ausge­druckt werden. Man sollte sich nicht wundern, dass einige Bilder nach dem Druck wellen schlagen. Dies entsteht durch die Wärme beim Druck­prozess. Durch das Ein- oder Aufk­leben sieht man später aber nichts mehr von diesem Effekt.

Ein zusät­zliches tolles Feature ist, dass die Bilder zeit­gleich auch Aufk­leber sind und direkt irgendwo eingelebt werden können. Diese Möglichkeit hat mir beson­ders gut gefallen, da ich in wenigen Minuten alle Bilder in das Gäste­buch einkleben musste. Alle 48 Bilder waren in bester Polaroid Qual­ität. Sicher man darf keinen spitzen Ausdruck erwarten, aber diese kleinen Bild­fehler und der leichte Blaus­tich sind ja auch aus künst­lerischer Sicht sehr inter­es­sant. Der wieder auflad­bare Akku ist leider ein schlechter Witz, bei mir reichte der volle Akku gerade mal für 10 Bilder, was für einen Party Gag auch schon recht wenig ist und der Akku kann den Strom leider nur kurz speichern. Man sollte also nicht meinen “heute aufladen und in einem Monat drucken”. Das ist leider nicht möglich. Hier wurde anscheinend gespart. Aber egal, man sollte nur wissen, dass man am Besten in der Nähe einer Steck­dose drucken sollte. Sogar tief, tief in der Ucker­mark habe ich etwas Strom gefunden, daher sollte das eigentlich heutzu­tage kein Problem mehr darstellen. Dafür kann man den Akku aber auch inner­halb von wenigen Minuten voll aufladen, bringt einem nur leider recht wenig.

Die Druck­geschwindigkeit vari­iert ein wenig. Normaler­weise braucht ein Bild ca. 1 Minute für den Druck, jedoch benötigt der Drucker auch etwas Zeit um auf Temper­atur zu kommen. Nach einigen aufeinan­der­fol­genden Bildern habe ich bemerkt, dass der Drucker eine längere Abkühlphase von ca. 2 Minuten einlegt. Ich konnte aber kein Muster erkennen, wann genau diese Phase eintritt. Man sollte sich jedoch nicht wundern und nicht “just in time” drucken, da man unver­hofft schon mal 2 Minuten warten muss. Die Druck­qual­ität schwankt eben­falls ein wenig, aber das war bei den alten Polaroid Fotos ja nicht anders. Hin und wieder bekommt ein Foto Streifen, wenn man das überhaupt nicht wünscht, muss man eben noch mal ausdrucken.

Ein weit­eres tolles Feature ist die Blue­toothverbindungsmöglichkeit. Man kann jedes Blue­tooth fähige Gerät (vornehm­lich wahrschein­lich Handys) mit dem PoGo verbinden. Als iPhone Besitzer wird das jedoch etwas kompliziert, da Apple diese Bluetooth-Funktion leider gesperrt hat. Über den Umweg des Jail­breakes und diverser Apps aus dem Cydia Store kann man diese Funk­tion allerd­ings freis­chalten. Im unten einge­bet­teten Video sieht man wie schnell man sich mit einem Handy (hier via Android 2.3.3) mit dem Drucker verbinden kann und direkt ein Foto ausdrucken kann. Um die Geräte miteinander zu verbinden muss man noch den Blue­tooth Code vom PoGo Drucker eingeben. Dieser ist stan­dard­mäßig auf “6000″ eingestellt. Alles in allem schafft man somit einen Ausdruck unter 2 Minuten.

Mein Fazit: Der Polaroid PoGo Drucker ist ein kleiner Drucker für schnelle Ausdrucke, bei denen es nicht auf gute Qual­ität ankommt. Wenn man mal eben kleine Fotos ausdrucken möchte (Party, Hochzeit, Kinderge­burt­stag usw…) ist der PoGo die perfekte Wahl. Mit knapp 40 € ist der Drucker erschwinglich und die Fotos mit ca. 15 Cent pro Ausdruck nicht zu teuer. Da die Fotos direkt als Aufk­leber daherkommen, können sie direkt auf- oder eingek­lebt werden. Durch den recht schwachen Akku sollte man sich allerd­ings in der Nähe einer Steck­dose befinden. Die Verbindungsmöglichkeiten via USB oder Blue­tooth sind optimal und auf der Höhe der Zeit. Die ganze Bedi­enung wird vom Sendegerät übernommen, so dass am Drucker selbst nichts mehr eingestellt werden muss und die Bedi­enung somit sehr einfach ist. Kurz formuliert: Der PoGo produziert mit gewissem Spaß­faktor und mehreren Einsatzmöglichkeiten tolle Andenken an witzige Feiern und Begeg­nungen, so wie früher!


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