Technikkram Teil 7: Das Samsung Chromebook – viel Freude einige Kompromisse

3 Jahre alt von in Komelsch, Test Berichte Tags: , , , , , , , , , , , ,
Unpacking und Erstein­druck

Während der “Auspackz­er­e­monie” (nein, ich habe kein Video gemacht) fiel mir sofort das geringe Gewicht positiv auf. Es ist tatsäch­lich spürbar leichter als mein 13 Zoll MacBook Air. Der “Aluminium Look” gefiel mir eben­falls sofort, wobei das Gerät “nur” aus Plastik besteht. Die Verar­beitung ist allerd­ings auch nach zwei inten­siven Test-Wochen nicht zu bemän­geln.

Beim ersten Start konnte das Chrome­book mit der Bootzeit anderer SSD betriebener Geräte gut mithalten. Die Einrich­tung war sehr intu­itiv und ging schnell von der Hand, WLAN Schlüssel eingegeben und mit meinem Google Account angemeldet, keine Minute und alles war eingerichtet.

An die Chrome OS Philoso­phie “alles mit dem Browser” “alles in der Cloud” muss man sich erst gewöhnen und bringt einen manchmal an Grenzen des Möglichen.

Die Chrom­book­tas­tatur muss sich nicht verstecken, die Schnel­lzu­griff­sleiste für die Helligkeit und Laut­stärke ist wohl überlegt und die Tasten haben einen anständigen Druck­punkt. Leider fehlt mir die Tastaturhin­ter­grund­beleuch­tung für die abendlichen Stunden. Jedoch irgen­detwas störte meine Augen an der Tastatur, konnte es aber nicht deuten. Bis mir auffiel, dass auf der Chrome­book­tas­tatur kleine Buch­staben verwendet werden, was für gewöhn­lich Großbuch­staben sind. Das Touchpad reagiert anständig auf Eingaben, die Multitouch-Funktion zum Scrollen funk­tion­iert tadellos, könnte aber etwas sensi­bler sein. Die einge­bauten Laut­sprecher verbre­iten für die Größe einen anständigen Sound, für das Video und die Musik für zwis­chen­durch völlig ausre­ichend .

Youtube Videos wurden ohne Prob­leme, ruck­el­frei in 720p wiedergegeben. Filme zum Beispiel vom USB Stick oder SD Karte werden in einer Auflö­sung von 720p teil­weise leicht ruck­elig abge­spielt, je nachdem welche Codierung verwendet wurde. Filme (1080p) von einem USB Stick werden zwar abge­spielt, jedoch nicht ruck­el­frei. Bei meinen Tests habe ich bemerkt, dass das Gerät hin und wieder keinen Ton ausgab. Ich musste fest­stellen, dass der ACC audio codec leider vom Chrome OS nicht unter­stützt wird.

Unter­wegs mit dem Chrome­book

Durch das geringe Gewicht von gut einem Kilo­gramm und der Größe von 11 Zoll passt das Chrome­book nicht nur in fast jede Tasche, man merkt es der Tasche auch nicht an. Ich habe mich bis jetzt noch nie mit einem 11 Zoll Note­book beschäftigt und muss sagen, dass die Größe für normale Tätigkeiten wie surfen, bloggen, schreiben völlig ausre­icht.

Der Akku ist fest inte­griert und hält bei mir im Durch­schnitt 5-6 Stunden, je nachdem welche Arbeiten ausge­führt werden. Der Akku hält unter anderem so lange durch, weil hier ein stroms­parender ARM Prozessor verbaut wurde und daher das Gerät keinen Kühler benötigt.

Gerade im Park hat das matte Display klare Vorteile gegenüber den heutzu­tage üblichen Glossy-Displays. Eigentlich bin ich wegen der satteren Farben ein Befür­worter der spiegel­nden Displays, aber die Farben bei Chrome­book werden erstaunlich gut dargestellt. Leider erkennt man im Bild­schirm mal mehr mal weniger ein Raster bei der Betra­ch­tung von Bildern.

Für mich als inter­netaffiner Mensch, Blogger und kommu­nika­tiver Mensch ist die Möglichkeit das Gerät direkt mit einer Sim-Karte auszus­tatten und überall online zu sein eines der span­nend­sten Features, sofern mein Netz mir die Möglichkeit gibt. Und dann macht dieses Gerät auch wirk­lich Sinn! Die Einrich­tung ist denkbar einfach, eine normale Sim-Karte wird hinten in den USIM Slot gesteckt (etwas frick­erig das Ganze), die UMTS Funk­tion wird im System aktiviert, ggfs. Pin Code eingeben und fertig.

Unter­wegs möchte man womöglich verpasste Serien oder Filme schauen. Ich habe mal das Angebot der einzelnen Fernsehsender (rtlnow, rlt2now, prosieben, kabeleins, …) unter die Lupe genommen. Das Ergebnis auf dem Chrome­book hat überzeugt auch wenn hin und wieder kleinere Ruckler zu beobachten waren. Nach dem Bundesli­gas­tart habe ich weit­erge­hend auch die Videos auf sky.de getestet. Die Qual­ität war durchge­hend gut, auch wenn das Gerät durchaus wärmer wird und anderes „Tasks“ besser warten sollten.

Produk­tiv­ität

Wenn man akzep­tiert, dass Soft­ware nicht mehr auf dem Rechner lokal instal­liert sein muss und kein Problem damit hat, dass die Daten auf Google Servern lagern, möchte man Google Docs nicht mehr missen. Egal ob Textdoku­mente, Tabellen oder Präsen­ta­tionen, alles kann bequem im Browser von jedem Rechner aus editiert werden.

Bei elschundfink nutzen wir seit einem Monat die „Google Apps for Busi­ness“ und sind sehr zufrieden. Alle Mitar­beiter können gleichzeitig auf Doku­mente im Google Drive zugreifen. Anschließend können Doku­mente auch in Microsoft kompat­i­blen Formaten abge­spe­ichert und verschickt werden.

Die kosten­lose Google Drive Speicher­erweiterung um 100 GB für 2 Jahre ist eine schöne Zugabe und erhöht den geringen internen Speicher von 16GB. Dieser Fakt verdeut­licht noch mal den Fokus auf die klare Online-Ausrichtung von Chrome OS.

Chrome bringt einen eigenen, mini­mal­is­tis­chen Dateiman­ager mit, der automa­tisch aufpoppt, wenn einer Speicherkarte oder ein USB-Stick eingelegt wird. Diese Dateien können dann entweder in das Google Drive oder in den Down­loads Ordner geschoben werden. Was einen aus der Windows oder Mac Welt kommenden etwas verwun­dert und irri­tiert ist, dass keine Doku­mente auf dem Schreibtisch (Desktop) abgelegt werden können. Die Desktop-Hintergrundbilder können ohne weit­eres einfach vari­iert werden.

Mit Hilfe des HDMI-Anschlusses kann das Gerät an externe Moni­tore angeschlossen werden. Im Büro ist dadurch die Möglichkeit gegeben, dass ich meine Doku­mente auf einem größeren Monitor bear­beiten kann. Die Auflö­sung ist sehr ansehn­lich und die Bear­beitung von Doku­menten wirk­lich kein Problem, das Abspielen von Videos führte jedoch bei mir zu kleineren Ruck­lern.

Für mich eben­falls sehr wichtig, dass die Browser Erweiterung Firebug auch für den Chrome Browser (zumin­dest in der Lite Vari­ante) zur Verfü­gung steht.

 

Meine Lieblings-Apps

Ein Shop für Apps (Programme) gehört ja mittler­weile zum guten Ton der aktuellen Betrieb­ssys­teme. Früher kaufte man Soft­ware, Musik,… noch im Laden auf CD, jetzt lädt man diese digi­talen Produkte einfach wann und wie man möchte auf den Rechner. Das haben die Hard­ware Hersteller auch gemerkt und haben das CD Laufwerk größ­ten­teils wegra­tional­isiert.

Im Chrome Store sind alle Google Produkte enthalten, die auch sehr gut umge­setzt wurden. Neben den schon erwäh­nten produk­tiven Apps sind eben­falls die bekan­nten Dienste wie Google Maps, YouTube, Hangout, Google+ schon vorin­stal­liert. Neben den Google hauseigenen Apps habe ich mir noch Dropbox, Spotify und Face­book herun­terge­laden, wobei natür­lich auch hier die Devise ist, “alles geschieht im Chrome Browser”. Für mich ist die Spotify App beson­ders wichtig, da ich den Streaming-Dienst täglich nutze.

Chrome OS lässt die Möglichkeit zu mehrere Google-Konten mit den dazuge­hörenden Dien­sten gleichzeitig zu verwalten ohne sich ab- und wieder anzumelden zu müssen.

Aus Usability Gesicht­spunkten sehr komfort­abel, das Chrome­book aktu­al­isiert sich automa­tisch: Alle Apps werden bei einer Verbindung zum Internet auf den neuesten Stand gebracht und die aktuellste Version des Betrieb­ssystem geladen. Für mich etwas irri­tierend, dem Nutzer wird nicht genau mitgeteilt was genau geladen und aktu­al­isiert wird, man bekommt nur die Mitteilung.

 

Fazit

Das Chrome­book von Samsung ist ein gutes Zweit­gerät für das Surfen zu Hause und kleinere Arbeiten im Büro. Die wirk­lichen Stärken spielt das Gerät allerd­ings dank eines UMTS-Moduls und einem matten Display unter­wegs aus.

Das Chrome OS ist ein abge­specktes Betrieb­ssystem, mit zügiger Bootzeit, schnellem Zugriff auf die Google Drive Daten und einem Browser der die ganze Arbeit verrichtet. Ein Problem bekommt man allerd­ings, wenn man Programme instal­lieren möchte, die nicht als Browser­an­wen­dung konzip­iert sind. Aber für alle weit­eren Online Aktiv­itäten wie “surfen”, “liken”, “twit­tern”, “bloggen”, “pinter­esten”, Musik hören, Videos, Filme, Serien schauen und Doku­mente oder Präsen­ta­tionen bear­beiten ist das Gerät nahezu perfekt. Es muss allerd­ings ein Umdenken stat­tfinden, dass Daten nicht mehr lokal, sondern in der Cloud gespe­ichert werden.

Samsung hat mit dem Chrome­book ein wirk­lich schönes Note­book mit gutem Preis / Leis­tungsver­hältnis geschaffen. Der “Aluminium Look” ist echt sehr chic und solide verar­beitet. Die Tastatur und das Touchpad müssen sich nicht verstecken. Das geringe Gewicht ist für die Porta­bil­ität sehr inter­es­sant, der Akku ist akzept­abel und das matte Display spielt seine Stärken außer­halb von Gebäuden in der Sonne aus. Die Bootzeit ist mit unter 10 Sekunden super.

Wenn man mit der Google-Philosophie zurecht kommt, ist das Chrome­book eine echt gute Lösung für zu Hause und nahezu perfekt für die Online-Bedürfnisse für Unter­wegs.

Mir gefällt das Gerät äußerst gut! 

 

Samsung Chromebook Test by elschySamsung Chromebook Test by elschySamsung Chromebook Test by elschySamsung Chromebook Test by elschy

Mir wurde von Samsung netter­weise zu Testzwecken dieses Chrome­book zur Verfü­gung gestellt.

CEO & Founder (elschundfink), Blogger, Beobachter der digitalen Medienszene, Apfelfreund & Androidnutzer. Du findest mich auch auf Google+

  • Marco

    Also ich finde das Konzept auch span­nend und test­würdig.
    Mich hätte noch die Verar­beitung undStabi­ität des Geräts inter­essiert.
    Was wenn es mal kputt geht? Es scheint so als würde dann nciht mehr repariert, sondern „wegge­worfen und neu gekauft“, was weniger nach­haltig wäre. Die Daten zumin­dest wären in de rCloud und nicht weg.
    Aber da stellt sich in Zeiten von Schnüf­felei, Datenschutz-, und Privat­sphären­skan­dalen von BND, NSA, FBI, MI6, GCHQ, Prism, Tempora & Co gleich die Frage: Wie sicher ist meine Arbeit mit dem Chrome­book ?

    • elschy

      Du hast völlig recht. Zur Verar­beitung habe ich schon etwas geschrieben, für die Preiskat­e­gorie ist sie wirk­lich gut, das Plas­tikge­häuse ist stabil und weist bei mir keine Mängel auf. Die Stabil­ität des Betrieb­ssys­tems ist auch gut, obwohl ich manchmal kleinere Aussetzer hatte, als das Chrome­book unter Voll­last, mit vielen verschiedenen Tasks gefahren wurde. So muss man eben manchmal mit Ausset­zern oder Ruck­lern leben. Die Frage nach deinen Daten ist eben­falls berechtigt, man muss sich bewußt sein, dass alles bei diesem Gerät über Google Dienste und somit auch Google Server abgewickelt wird. Lass es mich so formulieren, deine Arbeit / Daten sind vor dem Totalver­lust sehr sicher, nur das du eben nicht weißt, wo liegen meine Daten, wer hat Zugriff darauf?