FIFA: Das Milliardenunternehmen

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So die WM ist vorbei und Joseph Blatter (übrigens auch Volk­swirt, wie ich) freut sich über fette Einnahmen. Der Weltver­band ist der größte Lizen­zhändler der Welt. Von der Kaffee­tasse über T-Shirts und Maskottchen (wo war das eigentlich, habe ich irgendwie nicht wahrgenommen) hin zu den Fernse­hüber­tra­gungsrechten. Alles sieht nach König Fußball aus, aber für die Fifa steht das Geld im Vorder­grund. Die 1904 gegrün­dete Fifa hat für das Geschäft­s­jahr 2009 einen Gewinn von 147 Millionen Euro verbucht. Das Verbandsver­mögen hat sich auf stat­tliche 795 Millionen Euro erhöht. Wie sind so hohe Einnahmen möglich? Ein Grund dafür ist die wie ich finde krasse Grund­vo­raus­set­zung für das Ausrichten einer WM. Das Ausrichter­land sichert vorab der Fifa Steuer­frei­heit zu. Um mal Zahlen in den Raum zu werfen, 2006 sind so ca. 250 Mio. € dem deutschen Finanzmin­ister voren­thalten worden und steigerten den Gewinn der Fifa. Genau das gleiche gilt im Fifa Head­quarter in der Schweiz: keine Steuern. Das weltweit agierende Unternehmen Fifa kommt gerade mal mit 361 Mitar­beitern aus. Das ist für diese Größe schon erstaunlich. Die Fifa hat überall ihre Finger mit im Spiel und kennt keine Gnade.

Auch die armen Südafrikaner mussten auf Millionen Steuere­in­nahmen verzichten, obwohl gerade dieses eher arme Land diese Gelder hätte gut gebrauchen können. Auch bei den Stadien gab die Fifa den Ton an, so dass in Kapstadt ein neues Stadien gebaut werden musste, da die Fifa nicht wollte, dass das alte modernisiert wird. Über 1.4 Milliarden € hat der Südafrikanische Staat in den Stadi­enbau investiert. Wie soll sich das denn rechnen? Wer soll da denn demnächst spielen oder auftreten?

Ein weit­eres Beispiel für die Skru­pel­losigkeit sind die Oranje Girls, erin­nert sich noch einer? Getarnt als junge, hübsche Däninnen enternten sie das Stadion. Sie verbre­it­eten gute Laune und hatten scheinbar großen Spaß. Kurz vor Beginn des Spiels gab es dann einen kleinen Striptease und aus den rotweißen Däninnen werden Oranje-Mädchen, die viel Aufmerk­samkeit und Kameras mit ihrem Tanz und ihrem Aussehen (kurze Miniröcke) auf sich zogen. Auch die Fifa übersah die Mädchen nicht. Denn die Fifa hat strenge Regeln im Stadion erlassen, was die Klei­dung betrifft. Man darf sich nicht einfach so kleiden wie man möchte, beim Weltver­band ist alles geregelt! So sollen alle Werbepartner geschützt werden. Die feiernden Frauen hatten ihre kurzen Klei­d­chen von einer holländis­chen Brauerei bekommen. Die Polizei vernahm die Frauen drei Stunden lang wegen ille­galer Werbung. In Südafrika sind für dieses Vergehen bis zu 6 Monate Gefängnis vorge­sehen. Natür­lich waren die Frauen aufgelöst, da sie nicht mit einem solchen Echo gerechnet hatten. Die Fifa demen­tiert die Fest­nahmen behalte sich aber weitere Schritte vor, um die Werbepartner vor ille­galer Werbung zu schützen – Blablabla. Der Direktor besagter Brauerei versteht die Aufre­gung nicht “Es sind doch nette Röckchen, auf denen gar keine Marken­name zu sehen ist!” So sehe ich das auch, ich konnte keine Werbung erkennen. Aber durch diesen Rummel ist der Werbe­ef­fekt für die Brauerei noch viel größer. Jeder berichtet darüber. Da hat die Fifa wohl nicht nachgedacht.

Diese Art des Market­ings nennt man Ambush Marketing, auch bekannt als Schmarotzer-Marketing. Darunter versteht man gezielte Werbeak­tionen von Firmen, die ein Großereignis ausnutzen, bei dem sie selbst nicht offizieller Sponsor sind.

Hier ein Video dazu:

Auch viele arme Südafrikaner wollten einen kleinen Teil vom großen Kuchen abbekommen und verkauften dutzende Flaggen, Schals, Vuvuzelas und andere Fanuten­silien – klar, ohne Lizenz. Das Ende vom Lied war, das die Straßen­händler von der Polizei festgenommen wurden und alle Artikel beschlagnahmt wurden.

Auch die Sicher­heit­sleute haben für mehr oder teil­weise nur für den versproch­enen Lohn gestreikt und wurden prompt raus­geschmissen, da keine verbindlichen Verträge abgeschlossen wurden. Dieses Vorgehen muss man auch der Fifa vorw­erfen. Hier gibt es scheinbar keine genauen Regeln, komisch.

Am Schluss sitzt die Fifa immer am längeren Hebel und kann den Ausrichter­län­dern immer ihre Regeln aufdik­tieren, denn die Politik wird immer alle Regeln brav erfüllen, um sich im Glanz einer WM sonnen zu können.

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Ein Kommentar

  1. Sehr schön recher­chiert, ich hab beim Lesen eine echte Wut auf die FIFA bekommen.

    Hab das alles überhaupt nicht mitbekommen. Und das Maskottchen….hattten die überhaupt Eins?

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